Freitag, 8. Oktober 2010

Watt´n Dilemma

Zur mittäglichen Raubtierfütterung führte mich mein Weg an einem lieblichen Einkaufszentrum vorbei.
Davor stand ein grüngewandetes, ebenso liebliches  Mädchen, welches mir die Mitgliedschaft in einer Naturschutzvereinigung antragen wollte. Mit Händen in den Taschen kam es schwerfällig auf mich zu und als es den Mund, den lieblichen, öffnete, war mir, als hätte ich eine weibliche Ausgabe von Rüdiger Hoffmann vor mir und ich dachte: Mädel, dachte ich, so wird das nie was.
Ich will einfach mal zu ihren Gunsten annehmen, sie war nur temporär unmotiviert, weil mir das die ebenso einfache wie geniale Möglichkeit bietet, um auf mein heutiges Anliegen, das sich aus euren Kommentaren ergibt (Ich Sack, ich fauler), zuzusteuern, das da lautet:
Ist es möglich, sich dauerhaft zu motivieren? Oder sich dauerhaft motivieren zu lassen?
Die Antwort ist ganz klar: Nei-hein, datt löpt nich.
Man geht allgemein bei Motivation von Befriedigung von bewussten oder unbewussten Bedürfnissen aus.
Das ist eigentlich schon die Antwort, denn ist dieses, unser Bedürfniss befriedigt, muss erstmal ein neues geschaffen bzw. gefunden werden, wobei erschwerend hinzu kommt, dass wir uns sehr schnell an Situationen bzw. Gegebenheiten gewöhnen.
"Ha", höre ich da schon eine postpubertäre Spätstudentin aufschrein, sie sei immens motiviert und könne diesen Zustand auch beibehalten, bis das Studium beendet wäre.
Nein -ihr müsst euch vorstellen, ich hätte bei diesem "Nein" jetzt meine Stimme gesenkt- das bist bzw. kannst du nicht.
Zwischendurch verlierst du die Lust, wirst sogar demotiviert durch äussere Umstände und musst dich immer wieder neu berappeln. Das kannst du, weil du ein Ziel hast, bei dessen Erfüllung dein Bedürfnis gestillt ist, aber du gehst nicht dauerhaft mit dem selben Elan an die Sache.
Anderes Beispiel: Ein nicht mehr ganz junger Schreiberling hat sich in den Kopf gesetzt, einen Roman zu schreiben. Er tut das nur für sich selbst, hat keinen Verlag dafür, keinen Auftrag und weiss noch nichtmal, ob er das Endprodukt jemals jemandem zum Lesen geben wird, geschweige denn zu veröffentlichen.
So´n Buch schreibt sich aber nicht in 3 Tagen, sofern man nicht Hera Lind heisst und auf Qualität keinen Wert legt. Das einzig vorhandene Bedürfnis ist also, dieses Buch fertig zu schreiben, kein Druck von aussen, keine Deadline, kein finanzielles Interesse.
Schwierig, oder?
Da wird er wohl tricksen müssen...wird sich also Zwischenziele setzen müssen.
So wie unsere Studentin, die natürlich rein fiktiv ist, sich von Klausur zu Klausur, von Semester zu Semester vorarbeitet und motiviert, nimmt er -der nebenbei gesagt nicht ganz so fiktiv ist-  sich beispielsweise vor, in 1 Monat 60 Seiten zu schreiben. Schafft er das, wird er befriedigt auf sein Werk schaun, wohl wissend, dass er gut im Plan liegt und seinem Ziel näher kommt.
Und morgen erzähl ich euch, warum man einen (normal entwickelten) 15jährigen nicht lobt, weil er ohne Stützräder Fahrrad fahren kann.
Oder ganz was Anderes, mal sehn.

Kommentare:

Mika hat gesagt…

Ich häng ja jetzt glaub auch schon seit fast 10 Jahren an diesem einen Buch.. *pff* keine Deadline, kein Antrieb - nur Eigenmotivation, schubweise. Kenn das ergo... ziemlich gut. Wobei sich bei mir auch immer noch andere "Hobbies" in die zeitliche Quere kommen, dann muss ich mich blöderweise für eine Sache entscheiden.

Mir hilft bei der Buchsache tatsächlich doch die Motivation von aussen am meisten, zumindest wenn die Leute aka Testleser mal wieder aufschauen und sagen: ey... gehts ma weiter oder was???

Dann weiß ich, dass ich sich Leute freuen wenn ich weiterschreibe und dann machts wieder Sinn. Glaub das kommt immer drauf an wie grad das Verhältnis zu mir selbst ist. Wenn ich mir ziemlich egal bin, dann brauch ich meist nen Tritt von aussen. Manchmal... schreib ich aber dann auch mal nur für mich alleine. :)

daria hat gesagt…

Hm, es kommt auch darauf an, ob die selbstgesteckten Ziele wirklich erreichbar sind und man nicht schlimm enttäuscht ist, wenn man die Ziele (wie 60 Seiten im Roman) nicht packt.

Es gibt ja Menschen, die sich immer viel zu hohe Ziele stecken, welche sie nicht erreichen können, hab' ich mir mal sagen lassen.

Verdummt in alle Ewigkeit hat gesagt…

Interessant, interessant *Kopf hin- und herwieg*, Daria.
Und nicht nur die selbstgesteckten, sondern auch die uns von anderen "aufgedrückt" werden. Es geht also (auch) um realitätsnahes Denken, vernünftige Aufgabenstellungen etc.pp.
Richtig? Ja!
Habe ich nicht irgendwo mal behauptet, alles hänge miteinander zusammen und der Schlüssel sei die Motivation bzw. die Dummheit oder Unfähigkeit. nicht zu motivieren?
Btw. sollten 60 Seiten monatlich kein Problem sein...das sind nichma 2Seiten täglich...7200 Zeichen...ich kenn Fraun, die verschicken mehr in ihren SMSen täglich.
(An guten Tagen schreibe ich etwa 20 Seiten)

Tscha Mika, ich bin zwar nicht mit so vielen Hobbies gesegnet (bwahahahaha, billige Ausrede, das), aber manchmal mag ich halt einfach nicht schreiben...warum auch immer.
Durch eine zeitliche Zielsetzung sporn ich mich natürlich ein bisschen an...
(und ausserdem muss ich irgendwann auch mal wieder arbeiten...bis ans Lebensende reicht die Knete nicht)

daria hat gesagt…

Habe ich das richtig verstanden: Für dich fällt das mit den "zu hohen Zielen stecken" unter die Rubrik "Dummheit oder Unfähigkeit, nicht zu motivieren"? Indem man sich überfordert oder von demjenigen überfordert wird, der einem die hohen Ziele extern steckt? (Sorry, ich muß das mal für mich zurechtdeutschen.)

Verdummt in alle Ewigkeit hat gesagt…

Grob gesagt -und wer wäre dafür besser geeignet als ich^^- jahaaaaa.
Wenn ich mich selbst und meine Fähigkeiten (oder auch mein Potential, z.B. Lernfähigkeit und -wille) nicht realistisch einschätzen kann, gehe ich ein enormes Risiko ein, am gesteckten Ziel zu scheitern.
Als Chef muss ich ebenso sehen, ob Mitarbeiter X für die Aufgabe überhaupt geeignet ist. Kann er sie bewältigen (Wissen, Können, Erfahrung, Intelligenz etc.pp.) und will er das überhaupt?
Kann er beispielsweise ein Team von sagen wir mal 10 Mitarbeitern führen.
Ums abzurunden: Wie kann ein Chef, der selbst nicht in der Lage ist, zu motivieren und führen, erkennen, ob jemand Anderer dafür geeignet ist.
Das ist Dummheit (im Sinne von Nichtwissen).Wie schwierig das jedoch ist, wirst du nachher beim neuen Post sehen.

daria hat gesagt…

bin gespannt :)

Verdummt in alle Ewigkeit hat gesagt…

Schon passiert, kannst dich entspannen 8)

Sqwirrel hat gesagt…

Wenn ich mich recht entsinne, hat unsere postpubertäre (?? pah, lieber postpubertär als prä-Rentner :P) Spätstudentin jedoch der unendlichen Motivation den Erzfeind "innerer Schweinehund" entgegen gestellt. :P

Soviel zum angeblichen "Motivation endlos vorhanden und ewig aufrecht erhalten können. ;P

Logisch geht die Motivation desöfteren flöten. Sei es aufgrund besagten Schweinehundes oder aber, wenn man sich in der leidigen Situation befindet (oder zu befinden glaubt), gegen Windmühlen anarbeiten zu sollen resp Perlen vor die Säue schmeißen zu sollen (Stichwort, u.a., "Gruppenarbeit").

Und natürlich arbeitet man sich Schritt für Schritt vorwärts, mal mehr, mal weniger motiviert. Dennoch steht über allem ja eine gewisse Grundmotivation, wie Du schon ganz richtig erkannt ist. Das große Endziel, welches dafür sorgt, dass man dem Schweinehund immer mal wieder einen über die Mütze zieht und weitermacht.

:P

Verdummt in alle Ewigkeit hat gesagt…

Ahhh, du bist doch fiktiv...nicht real...fiction halt, so wie Science.
Na, ich werd doch wohl noch ein wenig frotzeln dürfen, oder?
Oder wär´s dir (euch) lieber, wenn ich hier die Maslow´sche Bedürfnispyramide und Freud´s Triebtheorie reproduzierte bzw. auf Glaubwürdigkeit und Wahrheitsgehalt überprüfte???????
Inner pigdog, Demotivation, Unlust und dergleichen wird doch auch noch alles ausführlich behandelt.
Zieh ihm weiterhin über die Mütze, dem real existierenden Schweinehund ;)

Sqwirrel hat gesagt…

Logen darfst Du frotzeln. Aber dann frotzel ich ggf. zurück. :P

Ansonsten: weitermachen. Ich lauere mal weiter dem Schweinehund auf. Der huscht hier schon wieder herum. Uni geht ja bald wieder los. *umkipp*

Âme noire hat gesagt…

Hm... selbst- und fremdgesteckte Ziele. (Na toll, jetzt hast du mich durch deinen einen, gaaaaaaanz subtilen Comment - von wegen psychologisch Geschulte beteiligen sich gar nicht - so manipuliert, dass ich mich dann doch halbwegs [im Rahmen meiner Möglichkeiten - erwarte nicht zuviel] in die Thematik eingedacht habe. *fluch*)

Stecke ich mir selbst Ziele, bin ich hoffentlich internal unglaublich motiviert, sie auch durchzuziehen. Ich stecke sie mir ja aus gewissen Gründen, die mir im Idealfall in ihrer ganzen epischen Breite bewusst sind. Deshalb ist für mich persönlich bei mir angetragenen Zielen von außen die Transparenz ganz wichtig. Warum muss ich das jetzt machen? Warum ist es wichtig, dieses Ziel zu erreichen? Was bringt das meinem Scheffe? Was habe ich davon? Mitbestimmungsrecht wäre natürlich noch optimaler. Und meine eigenen Möglichkeiten, dieses Ziel auch zu erreichen. Wenn meine von mir wahrgenommene Selbstwirksamkeit ganz schlecht ist, sinkt auch meine Motivation ziemlich ins Bodenlose. "Ey, geil. Wenn ich den Mt. Everest besteigen könnte, wäre das total cool. Oh hey, warte... meine Kondition ist für'n Arsch, ich hab' kein Equipment und ich würde höchstwahrscheinlich da oben sterben... ach nö."

Verdummt in alle Ewigkeit hat gesagt…

Hab dich man gar nich manipuliert, sondern motiviert. (Ätsch, reingefallen^^)

Würde es dir helfen, einen Chef zu haben, der dir die Aufgabe erklärt, also will sagen den Sinn, warum, wieso, weshalb du das jetzt tun sollst?

Ja, und Sqwirrel: Aye, aye Captain...oder General M.W. Shark?
8)

Sqwirrel hat gesagt…

*Haifischgrinsen als Antwort zukommen lass*

Âme noire hat gesagt…

Für mich fühlte es sich manipulativ an. *brummel*

Und ja, das würde mir helfen. Natürlich sollte Cheffe mir das nicht auf allen Ebenen erklären und mit den ganzen Wenn-Dann-Ketten. Aber 'ne gewisse Transparenz find' ich gut.

Verdummt in alle Ewigkeit hat gesagt…

Hast Recht, ich zumindest hab das immer versucht...gezz weiss ich auch, woher meine grauen Haare kommen^^

Âme noire hat gesagt…

*nick nick* Das ehrt dich auf jeden Fall. Das war die grauen Haare ganz sicher wert.
Bist du denn damit immer gut gefahren oder auch mal auf die Nase gefallen? Es ist bestimmt schwierig, das richtige Maß zu finden. Genug für den Mitarbeiter, aber nicht zuviel. Man muss ja nicht alles offen legen.
Ich war ja noch nie Führungskraft (und ich glaube, ich bin auch ungeeignet dafür), aber neugierig bin ich schon.

Verdummt in alle Ewigkeit hat gesagt…

Ich werd das gelegentlich mal zum Inhalt eines Posts machen.
Die Interessen des MA´s müssen ja nicht zwangsläufig immer mit meinen Interessen als Boss übereinstimmen...das´ganz schwierig.
Und ich hab gute *nachzähl*...na, so mehr als 20 Jahre Führungserfahrung.