Montag, 13. August 2012

Das Glück dieser Erde

Das liegt, ums vorwegzunehmen, für mich keinesfalls auf dem Rücken von Pferden oder anderen Lebewesen, Menschen eingeschlossen. Obwohl sich gelegentlich der Eindruck, ich sei unglücklich, unzufrieden, ein mürrischer alter Sack, der sich vom Leben gefickt fühlt, anhand meiner Blogposts einschleichen mag, kann ich versichern, dass dem nicht so ist.

Glück, so individuell es  für den Einzelnen  auch sein mag, bedeutet letztendlich nichts anderes als Zufriedenheit mit seiner Situation, wobei die Highlights wohl den Unterschied zwischen den Begrifflichkeiten ausmachen.
Man sollte sich also glücklich schätzen, wenn man seine Lage  als zufriedenstellend einordnen kann und sich dann an Momenten des Glücks erfreuen, die eh rar gesät sind.

Wie kompliziert sich das gestalten kann, dürfte wohl an nur wenigen Personen klarer zum Ausdruck kommen, als bei mir.
Eigentlich könnte ich morgens -bzw. in meinem Fall eher mittags- aufwachen, den Tag freudig begrüssen und mich meines Lebens erfreuen, denn schaut man sich meine berufliche Situation an, müsste man mich wohl als von Fortuna abgeschleckt bezeichnen.
Wir haben in Spanien und Österreich 8 Hotels und über mir kommt nur noch Gott - und an den glaub ich nicht.
Spass beiseite, natürlich ist es extrem wichtig für das eigene Wohlbefinden, wie sich die individuelle berufliche Lage darstellt. Für den einen mag es ausreichen, wenn er mit seiner Tätigkeit genug Geld verdient, um sich seine Wünsche erfüllen, seine Familie ernähren und sich gelegentlich ein paar Extras leisten zu können, für mich zählt das eher wenig. Meine Motivation und somit auch mein Ziel besteht darin, das so zu tun, wie´s meiner Vorstellung entspricht.
Allein der Umstand, dass es da jemanden gibt, der mir in der Hinsicht absolut vertraut, gibt mir schon das Gefühl von Zufriedenheit, wenn´s dann auch noch klappt, stellt sich "Glück" ein. Grad eben hat Jefe, der ja eigentlich schon lange nicht mehr mein Jefe, sondern mein Geschäftspartner ist, 7,2 Millionen (reiner Kaufpreis, da kommen locker nochmal 2 für Umbauten, Systeme etc.pp. drauf) für ein neues Hotel locker gemacht. Jefe ist ein schwerreicher Geschäftsmann, besitzt Hotels, Parkhäuser, Immobilien, Kinos, Kneipen, Restaurants und wasweissichnichtalles. Als wir uns kennenlernten, zog ich grad durch Spanien, war ziemlich pleite, konnte die Landessprache nicht und brauchte dringend ´nen Job, also fing ich einem seiner English-Pubs in Barcelona als Kellner an. 6 Wochen später war ich Geschäftsführer desselbigen. Mein Gott, was hatten wir Kämpfe auszufechten - er, der pure Betriebswirtschaftler, für den nur die Zahlen und deren Optimierung zählten und meine Wenigkeit, beseelt von dem Gedanken, das alles auch oder sogar noch sehr viel besser durch Motivation und somit langfristige Bindung des Personals und der Gäste zu erreichen.
Das ist mein Wunsch, meine Motivation und mit dem Erfolg stellt sich dann Glück und Zufriedenheit ein.

Dass ich mir das gut bezahlen lasse - wer wollte mich dafür schelten?

Wenn man immer 2 Schritte vorwärts macht, fallen kleinere Rückschritte eben nicht so sehr ins Gewicht...und meine Richtung heisst immer nach vorne, meinetwegen auch nach oben, manchmal mit Irrungen, Wirrungen und kleinen Ausweichmanövern, die nunmal zum Lernprozess dazugehören.
Und das ist mein Leben: eine einzige Lehr- und Lernstunde. Neugierig wie ein Weib und wissbegierig wie ein kleines Kind streife ich durch meine Welt.

Ich muss immer das Gefühl haben, mit mir und meinen Entscheidungen im Reinen zu sein. Ist man das nicht oder ist´s einem egal, wird man zum Arsch, niemand kann einen mehr leiden und zum Schluss endet man, eventuell sogar reich, einsam und mit sich und der Welt unzufrieden.
Das habe ich Jefe so immer wieder vorgehalten. Ob´s was genützt hat, ist schwer zu beurteilen, aber eine gewisse Linderung seiner Gier sehe ich schon.
Hoffen wir das Beste für ihn.

Glück, Zufriedenheit bedeutet für mich auch, mir mein soziales Umfeld weitestgehend aussuchen zu können.
Ich veräppel gerne Leute und freue mich, wenn die´s mir nicht übel nehmen, sondern Kreativität bei ihren Gegenschlägen zeigen, egal, ob es sich dabei um Freunde oder Mitarbeiter handelt.

Die letzteren sind eh so ein Thema für sich, aber da sich das hier grad zum Mammutwerk auswächst, belasse ich es dabei, auf die  weitestgehende Zufriedenheit selbiger hinzuweisen und was mir das gibt - es ist ein herrliches Gefühl, von jedem Angestellten (fast) immer freundlich gegrüsst zu werden und ihre Meinung offen und ehrlich vor den Latz geknallt zu bekommen.
Ich bezahle und behandle sie fair, sie danken einem das zwar nicht immer, aber in der Regel eben doch.
Sie sind zufrieden, der Gast merkt´s und ist auch zufrieden, ich bin´s - was will man mehr.

Achso, ja, die Zahlen müssen natürlich stimmen. Wir sind ja keine caritative Einrichtung.

Aber die stimmen auch.
Folglich kann ich "glücklich" sein, jedenfalls, was diesen Part meines Lebens betrifft.
Über die anderen referiere ich demnächst.
Hier.
Exklusiv.


(und Schuld an diesem Post hat Hjitb, also wenn´s nicht gefällt,
beschwert euch gefälligst bei ihr)^^

Kommentare:

Hijackinthebox hat gesagt…

Ich muss ja gestehen, dass ich immer sauneugierig bin, wie Eure Hotels so aussehen.
Ihr habt doch sicher auch Webseiten, oder? *.* Meine Emailadresse haste ja. (???) *g*

Mika hat gesagt…

Ich mag das, wenn du glücklich bist. So gehört sich das. Du hasts auch verdient, das ist noch viel schöner dann.

Ich mag auch deine Einstellung zu den Dingen und ziehe immer wieder den Hut. Und manchmal versuche ich, ein kleines bißchen so zu sein.
Nur nicht so böse. :P

... und nicht so reich, damn! >>

Verdummt in alle Ewigkeit hat gesagt…

Hjitb, ich denk mal nicht öffentlich drüber nach, ok?

Du trägst Hut, Mika? Und versuchst, nicht so reich zu sein wie ich?
Warum bloss seh ich dich grad mit einer Staffelei auf dem Gehsteig hocken, vor dir den Hut? 8)

Alex hat gesagt…

Ich definiere Glück genauso.....nur halt anders ;-)
Durch widrige (und selbst eingebrockte) Umstände, bin ich beruflich an einer Stelle angelagt, an einer Stelle....komm, vergiss es. Ist aber nicht weiter schlimm. Man kann einiges kompensieren, wenn man weiß, welche Bedürfnisse man hat, was einem Befriedigung verschafft. Wenn man das erkennt und umsetzt, ehrlich zu sich selbst und den anderen ist, dann....ist man glücklich. Wenn man sich im Spiegel in die Augen schauen kann, wenn man weiß, dass es Menschen gibt die einen so mögen oder lieben, wie man eben ist....dann ist das schon eine großartige Sache, finde ich.

Jetzt reichts aber mit dem sentimentalen Gedöns! Und außerdem: Schreib mal wieder was bösartiges, lass den Weichspüler weg, weil....da steh ich total drauf. ;-)

Verdummt in alle Ewigkeit hat gesagt…

Gnmpf, jahaaa, is ja gut, demnächst mal wieder. Ausserdem - warum schreibste dir nicht selbst was Bösartiges? Kannst das doch auch ganz gut ;)

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank im Voraus und viel Glück! :)