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Mittwoch, 3. Oktober 2012

Einheitsbrei

Als es anfing, feste Konturen anzunehmen, war ich grad in Paraguay und wie ich so den Fernseher einschalte, da seh ich doch Leute auf der Berliner Mauer rumturnen, Trabbis, vollbesetzt mit glücksstrahlenden Menschen, denen grösstenteils Wildfremde Bananen und Schokolade verabreichen.
In bedenklichen Dosen, aber  das mal nur so nebenbei.
Ich bat meinen Cousin zu übersetzen, denn irgendwie mochte ich noch nicht so recht daran glauben, grad nicht veräppelt zu werden. Sein Erstaunen war noch sehr viel grösser, war er doch schon 15 Jahre weg aus Deutschland und die Vorgänge dort wurden in paraguayanischen Medien bestenfalls am Rande erwähnt.

Er bestätigte: Die Mauer war offen!
Anruf in Deutschland: Ja, es stimmt, hier ist die Hölle los. Zehntausende, wenn nicht gar noch mehr, reisten ungehindert in den Westen.

Wir stiessen mit einem lamapisseähnlichen Gebräu an und umarmten uns.

Das war am 09. November 1989 und knapp ein Jahr später, an ebenjenem 03. Oktober 1990, vollzog sich die von uns lapidar "Wiedervereinigung" genannte Zusammenführung und bescherte uns einen Feiertagstausch. Und jede Menge Ärger.
Jedem, der schonmal Fliegen mit einem Volkswirtschaftslehre-Buch erschlagen hatte, musste klar sein, wie sehr eine Angleichung der Lebensumstände auf beiden Seiten zu erheblichen Verlusten führen würde.
Hüben wie vormals drüben.
Ganoven aus dem Westen machten sich auf ins neue El Dorado, liessen sich Bier für 65 Pfennig schmecken und zockten nebenbei jeden ab, der nicht bei drei in seiner Platte war, die alten und auch nicht ganz so alten Kader dort sicherten sich Pöstchen und verarschten die Treuhand.
Ein Hauen und Stechen, bis am Ende in West und Ost die Verlierer feststanden.

Statt blühender Landschaften gab´s verwundete Seelen, verlorene Arbeitsplätze und derart bodenlose Fässer zu stopfen, wie sich das wohl  niemand vorher ausgemalt hätte

Heute, genau 22 Jahre später, darf feiern, wem danach zumute ist, wobei mir spontan Chanel tragende Linke in den Sinn kommen, denen die Wende gutbezahlte Abgeordnetensitze eingebracht hat, für die sie nichts weiter tun müssen, als ein bisschen zu lamentieren, Spekulanten, grosse Firmen und ähnliches Geschmeiss, das immer als Erster da ist, wenn`s irgendwo Leichen zu fleddern gibt.
Die Kanzlerin natürlich auch. Gauck. Und noch ein paar mehr von denen, die die Gunst der historischen Stunde nutzen konnten.

Auf der negativen Seite verbuchen wir die hohe Arbeitslosigkeit, der die Agenda 2010 und somit die Hartz-Gesetze folgten, die durch Frankreich und England nunmehr forcierte und völlig übereilte Einführung des Euro mit seinen heute mehr als  zuvor sichtbaren Auswirkungen.
Nicht zu vergessen die Menschen, die da wie dort durchs Raster fielen und das immer noch tun.

Ich denke, es fällt schwer, sich zu freuen, dass man zwar jetzt nach Malle oder Hawaii fliegen könnte, aber leider kein Geld dafür hat und dass die Merzedesse nicht auf Plantagen wachsen, wo sie nur darauf warten, gepflückt zu werden...nunja, diesem Irrglauben sind schon ganz Andere aufgesessen.

Es gibt noch viel zu tun, auch und gerade 22 Jahre danach und ich wünsche mir, dass mein Text zum 30. Jahrestag anders ausfallen möge.

Dienstag, 18. September 2012

Schluss mit listig

Habe ich bisher nur versucht, euer Bewusstsein aufs Subtilste zu unterwandern, gibt´s ab sofort die volle Breitseite. Kompromiss- und schonungslos werde ich offenbaren, wie es tatsächlich um mich und meine Seelenlage bestellt ist.
Zuallererst sei der Welt mitgeteilt, wie wenig Anerkennung mir im wirklichen Leben zuteil wird.
Leset und weinet:
Da war nämlich die Sache mit der Stange, der metallenen, bei uns im Kinderclub. Nun, da sich die Blätter  rot und meine Haare  grau färben, reduziert sich die Anzahl der Gäste, der Herbst hält Einzug.
Verwaist stehn Bobby-Car und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel, die Rutsche wird nicht berutscht und die Hüpfburg nicht behüpft. Gar düster wirkt´s. Um der Tristesse zu entfliehen, schlug ich nun vor, man könne doch an der Stange, an der normalerweise Kinderchen dem Feuerwehrmanndasein huldigen...nun, man könnte doch...halt so, wie ich das in dem Nachtclub meines Vertrauens gesehen hätte...am Wochenende...nein?
Der Witz ist ja: Die empören sich nichtmal richtig, ne, übern Kopf wird einem gestrichen oder in die Wange geknufft.
Derartige Respektlosigkeit und Geringschätzung meines kreativ-innovativen Potentials ist mir bislang kaum bis überhaupt noch nicht untergekommen und ich überlege ernsthaft, meine Taktik, mich mit jeder einzelnen Mitarbeiterin individuell und emotional zu befassen, aufzugeben.
Allerdings hätte ich dann mehr als 200 Menstruationszyklen völlig umsonst auswendig gelernt.




Samstag, 15. September 2012

Sex and Drugs and Rheumadecken




Gelüstet es eine Band nach Aufmerksamkeit, Prestige und schlappen 1,2 Millionen -Rentner, Babies und diverse andere Randgruppen eingerechnet- Fans, die denken, sie könnten mit der Streifenkarte ins Konzert gelangen, dann nennt man sich nach einer U-Bahnhaltestelle.
Das funktioniert allerdings nur in München. Jedenfalls kenne ich keine Schlager-Combo, die sich Mümmelmannsberg, Jungfernstieg oder Kellinghusenstrasse nennt, was aber letztendlich auch völlig egal ist, weil´s nichts zum Fortlauf des heutigen Beitrags beiträgt.

Die obigen, sich und ihre Lala darbietenden Herren wurden von uns licht- und beschallungstechnisch ausstaffiert, dereinst in den späten 90ern des vorangegangenen Jahrhunderts. Zu dem Zeitpunkt waren sie schon so einige Jährchen jenseits ihres Zenits, genau wie ihre Fans, und weil sich das so gut traf, trafen sich beide Gruppen auf einer Benefiz-, Geburtstags- oder Weissnichmehr-Party.
Verwelkender Ruhm meets ebensolche Körper.
Ein lauer Spätsommerabend, 19 Grad so in etwa, Schafswollplaids und Inkontinenzmittel machten die Runde, da kam uns die ansich glänzende Idee, in sexuelle Interaktion mit den Catering-Mädels zu treten, was nicht nur dem besseren Miteinander, sondern auch hygienisch besserer Verpflegung förderlich sein sollte.

Pille, Apothekerssohn aus gutem Hause, war aus nachvollziehbarem Grund unser Sicherheitsbeauftragter und Beschaffer allerlei bewusstseinseliminierender Tinkturen und Pülverchen, ausserdem Brillenträger und da es noch kein Mobbing gab, schickten wir ihn einfach so an den Bühnenrand, um bemerkenswerte Zwischenfälle zu bemerken und deren Folgen möglichst einzudämmen.
Plötzlich ertönte, wir befanden uns noch in der geschlechtlichen Erkundungsphase, ein lauter Hilferuf.
Also Büx wieder an, zum Podest geeilt und den Hintergrund erfragt.
Der bestand im Wesentlichen darin, dass die dünne Stimme des Sängers allenthalben die erste Reihe erreichte, was jedoch bestenfalls sekundär an der Technik lag.
So regelte ich erfolglos an Reglern, drehte an Knöpfen, verkabelte neu und beruhigte die aufgebrachte Seniorenmasse, bis nach etwa 20 Minuten heftigster Regen einsetzte, der zum Abbruch des Konzerts und einhergehender Abreise der Essensmannschaft führte.

An jenem Abend ging ich sehr unbefriedigt ins Bett, die alten Menschen auch. Aber nicht in meins.


Donnerstag, 13. September 2012

An Tagen wie diesen

Ich bin ja nicht nur blutjung, wunderschön und hyperintelligent, sondern auch sehr oft einfach  verwundert, über wie wenig Geschmack urlaubende Menschen verfügen.
Mir ist kurzfristig der Musiker ausgefallen und dank der Agentur, die "Topp Kwaliteht zum Billich-Prais" anbot, ist es gelungen, innerhalb von nur 2 Stunden Ersatz aufzubieten, dessen Repertoire von Dean Martin bis Jürgen Drews reichen sollte und der wahrscheinlich in der Zeit, die sein Auftritt dauerte, auch locker so 20-30 Euro auf dem Innsbrucker Strassenstrich hätte verdienen können.
Baskenmütze, weisser Anzug und Cowboy-Boots, dazu stimmliche Variation wie Kermit. Warum gehen solche Leute nicht zu Bohlen?
Nun, dem Publikum gefiel´s anscheinend: Da wurde heftigst mitgegröhlt, sofern es der Refrain zuliess und zu spanischen Eiern geschwoft, was das mittelalte Raucherbein hergab. Weitestgehend nüchtern.
Meine Vermutung ist, dass der Programmierer unseres Reservierungsprogramms da irgendwelche Mindcontrol-Segmente verwendet hat, die dem Gast jeglichen guten Geschmack bei der Eingabe seiner persönlichen Daten entziehen. Oder beim Check-In.
Werd das mal im Auge behalten.
Genau wie den sich alleinunterhaltenden Musikmenschen, der talentfrei, aber tapfer die toten Hosen coverte. Oder wie er sagte: Die tottän Chosän.

Montag, 10. September 2012

Isn´t it ironic?


www.fotocommunity.de
 Meine allzeit aufmerksame Mutter, der ihr diesen Eintrag zu verdanken habt, weshalb ihr sie lobpreisen solltet, antwortete auf meine Frage, wie weit die Bemühungen um  Ehrenbürgerschaft in meiner  Geburtsstadt gediehen seien, für ihre Verhältnisse recht schwammig mit  "weiss nich, aber ´ne Strasse hammse schon nach dir benannt" und sandte fogendes Beweisfoto   =========>
 
Eigentlich ging es ihr aber bei unserem Telefonat um den kapitalen Bock, den ich ihrer Meinung nach mit dem Foto im letzten Post geschossen hätte. Es könne ja, so Mutti, jemand auf die Idee gekommen sein, es handele sich um ein Originalbild von mir.

Ums hier mal ganz deutlich zu sagen: Das bin nicht ich. Ich habe nicht so hässliche helle Handinnenflächen.

Nachdem das nun hoffentlich ein für alle mal geklärt ist und ich schwerst überlege, ob man einfürallemal getrennt oder zusammen schreibt, wenden wir uns viel wichtigeren Dingen zu, als da wäre Austria`s Next Topmopped, das, wie von einem übereifrigen Dorfsheriff moniert wurde, ein wenig zu schnell sei, weshalb er mir einen Strafzettel ausstellen müsse. So ein Quatsch, als ob es dadurch langsamer würde, gab ich noch zu bedenken, doch da fing er schon an, die technischen Feinheiten meiner Höllenmaschine auf Vorschriftsmässigkeit zu überprüfen, was mir eine Order einbrachte, nach der sie innerhalb von 7 Werktagen auf die Werkseinstellungen zurückzubauen sei. 49,7 satte ccm brächten nunmal keine 85 km/h Höchstgeschwindigkeit zustande und wenn doch, bräuchte ich ein grosses Nummernschild samt adäquatem Führerschein. Der ist mir ja aber eben genau deshalb, nämlich überhöhter Geschwindigkeit, verlustig gegangen. Welch Ironie des Schicksals.

Mittwoch, 5. September 2012

Von armen Seelen, asozialen Netzwerken und dummen Wissenschaftlern

Wieviel ist die Aussage zur Dummheit internetnutzender Menschen wert, die ziemlich augenscheinlich von jemandem kommt, dessen IQ kleiner ist als seine Schuhgrösse? Nix, niente, nada - genau.
Wieso fühlen sich zerebral besser Ausgestattete veranlasst, darauf kilometerlange Antworten zusammenzuschustern?
Das ist doch alles ganz einfach: Schlaue Menschen werden, sofern sie das Netz schlau nutzen, schlauer, dumme hingegen verharren in ihrem Zustand oder verschlimmern ihn sogar noch.
Was gibts da bitteschön zu diskutieren? Wozu muss man da empirische Studien veranlassen, auswerten oder sich auf sie berufen?
Wenn jemandem die geistigen Fähigkeiten fehlen, Informationen zu filtern, sie in Relation zu setzen oder überhaupt nur den anzunehmenden Wahrheitsgehalt zu ermitteln, dann ist das WWW mit Sicherheit der falsche Ort, um diese Defizite auszugleichen, die ihm die Natur von vornherein mitgab oder er sich mühsam in der Konsolenabteilung von Saturn angeeignet hat, während seine Mitschüler büffelnd im Klassenzimmer schwitzten.
Weiss jemand dagegen, was Schrott, reine PR, Werbung oder versuchte Indoktrination ist und was zumindest einigermassen seriös daherkommt, kann ihm der Informationsüberfluss einen Mehrwert bringen.
Ferdich is die Laube.
So.
Ich kann den Faust lesen oder damit Fliegen erschlagen, wie ich das auch mit der Vierbuchstabenzeitung machen kann.

Ich kann ein soziales Netzwerk oder eine x-beliebige Plattform nutzen, um mich mit Gleich- oder auch Fremdgesinnten auszutauschen, Fakten oder Meinungen zu erhalten oder auch meinen Selbstmord anzukündigen, wie offenbar gestern resp. vorgestern auf Twitter geschehen.
Und nun ist die Schlacht zwischen Gut und Böse voll entbrannt.
Die Guten - das sind die, die Depressionen ernstnehmen, die die Polizei verständigen und, da das alles nichts gebracht hat, Mitgefühl demonstrieren.
Seitenlang.
Die Bösen - das sind die Zyniker, die die offenbar bewusst noch das Vorhaben forciert haben sollen und denen jegliche Empathie fehlt.
140 Zeichen lang.

Das Eine wie das Andere findet sich im virtuellen wie auch im realen Leben und denen, die den Ernst der Lage nicht erkannt haben, hier jetzt bösen Willen zu unterstellen, finde ich ein bisschen heftig, meine Lieben.
Die Fehler werden zunächst mal im normalen, realen Umfeld zu suchen sein und nicht im Netz, wo es ungleich schwieriger sein dürfte, herauszufinden, wie ernst es jemandem mit so einer Androhung ist.
Antennen funktionieren ab einer gewissen Distanz nicht mehr, zumal die meisten der dort Funkenden eh schon überfordert sein dürften, ihre eigenen Signale zu deuten.

Die Masse ist ein Querschnitt durch die Gesellschaft mit fast allen ihren Facetten.
Und kein Psychologe.

Montag, 3. September 2012

Blockade gecancelt

 
aus alt



mach neu


Gestern wurde ich, man sagte mir, es sei zu meiner eigenen Sicherheit, kurzfristig evakuiert und in den naheliegenden Forst verbracht, wo ich ein wenig des Waldspazier- und Müssiggangs frönen sollte, bis der zuständige Computerfraggle fertig und wieder seines gut bezahlten Weges gegangen sei, auf dass ich ihm nicht die Kniescheibe ohne Narkose, wie telefonisch angekündigt, entfernen würde.

Man kann doch wohl erwarten, dass so ein Scheiss-System zumindest mal einen halben Tag lang einwand- und störungsfrei läuft, oder? Auch sonntags. Gerade sonntags. Oder ist  so ein Programm etwa gläubig und darf aus religiösen Gründen seinen Dienst nicht verrichten?

Mit der Geduld ist es ja so eine Sache:

Fliegt so ´ne Tastatur bei mir schonmal gerne nach 2 Minuten aus dem Fenster, kann ich andererseits stunden-, wenn nicht gar tagelang Mobiliar zimmern, hier noch ein bisschen sägen oder hobeln, da noch schmirgeln und raspeln - hach, es ist eine Freude.

Und wie ich nu so unter den Bäumen lustwandelte, überkam mich des Philosophen Geist und die Frage, warum die Bäume da so nutzlos in der Gegend rumstanden, während die Borkenkäfer in Afrika fürchterlichen Hunger litten. Oder so.

Jedenfalls erleuchtete ein Geistesblitz den dunklen Wald und ich beschloss unwiderruflich, bei nächster Gelegenheit einen Schrank bauen zu wollen, der a) seinesgleichen sucht und b) ein Masterpiece werden soll.

Und so soll es sein.

Hugh!

Aber jetzt bzw. gleich macht sich Häuptling verirrter Pfeil auf, um mit dem stählernen Dampfross in die grosse Siedlung des weissen Mannes mit den steinernen  Tipis zu reiten.


Wusstet ihr eigentlich, dass Freud lange in Wien wirkte? Den wird´s da schon gebraucht haben...



Bilder von www.vebidoo.de
und             www.echtholz.at 










Samstag, 1. September 2012

H + M mal anders

Missgünstige Zeitgenossen behaupten ja gerne, ich sei, als die Sensibilität verteilt wurde, erst kurz nach Schalterschluss eingetroffen, was aber gar nicht sein kann, denn wer, wenn nicht ich, trägt die Feinfühligkeit geradezu  auf dem silbernen Tablett vor sich her?
Beweis gefällig?
Nun, ich habe ja eine recht ausgeprägte Vorliebe für gute Literatur, weshalb ich zum Beispiel nichts von Herta Müller lese, die, so meine feste Überzeugung, 2009 den Literaturnobelpreis nur bekommen hat, weil sich das Komitee auf niemanden Vernünftigen hat einigen können und daher  jemanden mit Allerweltsnamen und ebensolchem Talent zum Gewinner erklärte.
Wer jetzt glaubt, ihr neuestes Machwerk, ein im Erpresserbrief-Stil gehaltener Collagenband, "Vater telefoniert mit den Fliegen" betitelt und bei Hanser statt einem, wie ich vermuten würde, Zuschussverlag erschienen, würde auch nur ein einziges feines Gefühl bei mir erwecken, der liegt. Und zwar daneben. Aber sowas von.
Sensibilität und Sensitivität, nämlich meine, werden bis aufs Äusserste strapaziert, wobei ich grad mal 2 Sätze davon gelesen habe.
Semidebile Aussagen, die mich sehr, sehr stark an die 80er Jahre Non-Jokes wie "Zu Fuss ist kürzer als übern Berg" oder auch "Nachts ist´s kälter als draussen" erinnern, wurden stümperhaft zusammengepappt und erzeugen bei mir nur totale Verwunderung, nämlich darüber, wer für sowas Geld ausgibt.
Als Blogpost wär´s so naja, weil umsonst, als Buch ´ne Zumutung.
Wenn Sie noch kein Weihnachtsgeschenk für den netten Nachbarn mit dem Benzin-Rasenmäher, der immer erst um 21:00 nach Hause kommt, haben, kann ich Ihnen Herta Müller im Allgemeinen, ihr neuestes Buch im Besonderen, wärmstens empfehlen.
Er wird ausziehen,  100 Pro.

Mittwoch, 29. August 2012

Chez Jaques

Seitdem ich den Eingeborenen hier gezeigt habe, wie man Feuer macht, verehren sie mich quasi wie eine Gottheit, was ich  wiederum für durchaus angemessen halte und somit gutheisse.
Gestern nun, wir, will heissen Andrea und ich, lagerten unsere Luxuskörper ob der hohen Temperaturen und des allgemeinen Wohlbefindens wegen am örtlichen See zwischen, da sagt die doch plötzlich zu mir: "Deck mal deinen Kopf mit ´nem Handtuch zu, ich will, dass die anderen Frauen neidisch auf mich sind!", was ich als ungeheure Respektlosigkeit meiner sorgsam gepflegten Kopfbehaarung gegenüber deutete.
Ihr alle kennt Jon Bon Jovi? Wir hatten bis vor wenigen Stunden etwa die selbe Frisur, nur dass meine Haare etwas weniger und auch sehr viel grauer waren; a bisserl länger auch, eher links denn rechts gescheitelt...aber sonst: total gleich.
Man weiss ja schliesslich, was sich als Rockstar gehört.
Andrea aber, die ja immer was zu meckern findet, wenn ich nicht grad eine Kreditkarte in der Hand habe, meinte, eine schnieke Kurzhaarfrisur sei die ideale Ergänzung für meinen stylischen Körper.
Nachdem man ja nicht einfach junge Frauen im See ertränken darf, musste ich mir ´ne geschlagene halbe Stunde ihr Geseiere anhören und sah mir nicht mehr anders zu helfen, als in einen sofortigen Friseurbesuch einzuwilligen.
Ich sah, so meine Hoffnung, ja so ´nen federbeboaten Coiffeursmaitre die Hände überm toupierten Haupt zusammenschlagen und mit Verweis auf die boomende Konjunktur und allgemeine Nachfrage mir kopfschüttelnd einen Termin "Öndö Säptömbör" anbieten.
Ja, Scheisse aber auch.
Platz nehmen sollte ich und zwar gleich hier, womit er auf so ´ne Art gynäkologischen Stuhl nur ohne höhergelegte Beinablage deutete, mich in eine Kamera grinsen liess und fortan diverslichste Frisuren auf meinen digital enthaarten Kopf applizierte, immer von Andrea´s Lauten begleitet, die entweder Zu- oder Abneigung signalisieren sollten, für mich jedoch jedesmal gleich klangen, nämlich wie das Quietschen einer auf dem heissen Grill vergessenen Bratwurst.
Irgendwann waren die beiden sich handelseinig, ich durfte kurz abnicken und konnte den Scherenkünstler nur noch darauf hinweisen, dass ihm im Falle des Missslingens die Hände gebrochen würden. Natürlich würde ich´s wie ´nen Unfall aussehen lassen, klar.
Und siehe da: Jede Kokosnuss sieht nunmehr wie Jimmy Hendrix aus gegen mich, der Helm, den ich auf Austria´s Next Topmopped zu tragen pflege, schlackert mir um die freiliegenden Ohren und ich wirke, ich darf mal zitieren, und zwar die absolute Mehrheit der weiblichen, in meinem Umfeld marodierenden Bevölkerung, mindestens 10 Jahre jünger. Also wie 19. Operation gelungen.

www.lachmeister.de


 Aber der hier ist auch nicht schlecht, oder?

Freitag, 24. August 2012

Das braune Ö-Ei**

Lang hat´s gedauert, geduldig harrte ich in meiner mit sexistischen Klischees und Vorurteilen geradezu vollgekleisterten Macho-Ecke, immer hoffend, dass so ein Flintenweib es mal auf mich abgesehen hätte.
Kam aber nix, könnte vielleicht daran liegen, dass ich gute 85 % der Führungspositionen mit Frauen besetzt habe und die anscheinend keinerlei Zeit für alberne Diskussionen über Farbe und Inhalt von Ü-Eiern haben.
Die stehen ihre Frau im Job, erziehen allein oder in angemessen aufgeteilter Form Kinder und managen sich samt  ihrem Leben.
Die haben daheim keine Anrufbeantworterin, keine Salzstreuerin und erst recht keine Wasserhenne.
Die haben studiert. Manche auch nicht.
Die fühlen sich von  mir nicht sexuell belästigt, wenn ich ihnen in einer Sresssituationen den Nacken massiere.
Die stehn auf Clooney oder Pattinson, je nach Alter und Präferenz.
Zumindest eine auf Jodie Foster.

Die alle gehn ziemlich sicher davon aus, dass ihre männlichen Nachkommen nicht zum Vergewaltiger werden, weil sie in hellblauer und später Spiderman-Bettwäsche geschlafen haben.
Und ihre Töchter nicht zwangsläufig Opfer maskuliner Gewalt und/oder Heimchen am Herd, weil sie gerne mit HelloKitty-Kram spielen.

Anstatt das Ü-Ei als solches, nämlich maßlos überteuertes, mit nutzlosem Plastikspielzeug vollgestopftes Verführunsobjekt zu brandmarken, moniert man / frau (Mannfrau) die geschlechterspezifische Ausrichtung.

Mein Vorschlag zur Güte: Kauft euren Blagen ´ne ordentliche Tafel Schokolade und vernünftige Spielwaren, damit sie nicht so dumm und arrogant werden wie derart spiegelfechtende Möchtegern-Amazonen.



by fussmoden.de
Und kauft euren Jungen ja nicht diesen Fussballschuh, auch wenn irgendjemand ihnen erzählt hat, es handle sich dabei um eine Sonder-Edition "Cristano Ronaldo"!


**Ö steht für Östrogen und braun für, naja, ihr wisst schon...

Mittwoch, 22. August 2012

Il Padrino in da House

612 PS, 230000 € Grundpreis, schwarz, natürlich, abgedunkelte Scheiben. Name: AMG CL65. Mit Chauffeur, klar.
Präsidentensuite, auch klar.
Nun, Präsident ist er nicht wirklich, sieht man mal gnädig von seinem Firmenkonglomerat ab, wo sich sicherlich die ein oder andere Gesellschaft findet, wo er auch die Bezeichnung zu Recht führen darf.
Aber Deputierter im italienischen Abgeordnetenhaus. Bei Berlusconi´s Verein.

Google ist klasse, sag ich euch. Stellt euch doch nur mal vor, da steigt einer mit gegelten Haaren, Menjoubärtchen, schwarzem Anzug und schwarzer Sonnenbrille aus so ´ner Nobelkutsche und verlangt nach dem capo della casa, da würdet ihr doch auch erstmal suchen, ob der nicht eventuell irgendwo gesucht wird, oder?

Den hab ich jetzt 3 Wochen anne Hacken, aber eins sag ich euch: Sobald ich ´nen Pferdekopf  in meinem Bett finde, schmeiss ich den raus.
Und den- oder besser gesagt diejenige, die die Reservierung angenommen hat, gleich hinterher.

Mittwoch, 15. August 2012

Arrivederci



Mag sein, ich bin momentan etwas zu sentimental, wie ja sogar schon moniert wurde. Das liegt jedoch, da bin ich mir ganz sicher, an meinem bevorstehenden Geburtstag, der die Schwelle zum Altwerden in fühlbare Nähe rücken lässt..
Eigentlich habe ich ja nichts gegen das Alter als solches: Die Leute reden langsam, deutlich und vor allem laut mit einem. Wenn man´s bis zum Klo schafft, bevor die Blase vollständig geleert ist, bekommt man Lob und selbst geistig minderwertige Leistungen wie das Lösen des Kreuzworträtsels in der 4-Buchstaben-Zeitung finden Anerkennung.
Schöne Bilder wie das obige, rein zufällig bei der Lieferung der Kerzen für meine Geburtstagstorte aufgenommene, kann man immer wieder neu entdecken, weil man zwischenzeitlich recht gerne mal vergisst, was es mit ihnen auf sich hatte.


Das betrifft ja aber eher die Zukunft, während die Gegenwart, die schockierende, mir zunehmend Aufgaben zuteilt, um die mich nicht wenige zwar beneiden würden, deren Ausführung jedoch nur solch mit einem derartigen Fingerspitzengefühl wie dem meinigen ausgerüsteten Individuen anvertraut werden sollten.

Es begab sich nämlich, dass Klagerufe an mein Ohr drangen. Die bezogen sich alle auf einen  Gast, der ziemlich merkwürdige Ein- und Vorstellungen zum Gastsein an den Tag legte, wie mir glaubhaft von diversen Stellen versichert wurde.
Der gute Mann, Ende 50 und anscheindend so gestopft, dass eine 35 Jahre jüngere Frau ihm seine Porsche-911-Turbo-Schlüssel hinterhertrug, hatte sich vor etwa 1 Woche entschlossen, den Urlaub bei uns zu verbringen. Eine ansich gute Entscheidung, jedoch sollte man in der Hauptsaison eventuell doch mal etwas früher buchen oder man muss, wie in seinem Fall geschehen, schonmal damit rechnen, zwischenzeitlich innerhalb des Hotels umzuziehen.
Bei seiner Ankunft mitten in der Nacht hatte er sich wohl als erstes beim Nachtportier darüber beschwert, dann liess er  den Autoschlüssel zurück mit der Aufforderung, sein Gepäck nach oben zu bringen.
Kein Problem, Nachtportier sucht im 911er den Krempel zusammen und liefert aufs Zimmer.
Stunde später kommt Gast runter, geht zum 911er, kehrt mit so ´nem Handgelenkstäschchen zurück und pflaumt den Nachtportier an, ob der denn wohl zu blöd wäre, sämtliches Gepäck zu finden, schmeisst Verpackungsmüll auf die Rezeption, behauptet, das sei aus dem eben frisch bezogeneen Zimmer und verlangt obendrein einen Apfel - nachdem er sich versichert hat, dass in der bereitstehenden Obstschale alles Mögliche, nur kein Apfel mehr ist.
Peter, unser Nightmare, äh, Nachtportier, ist ein besonders geduldiges Menschenwesen, sucht nach Fassung und Apfel. Wieder an der Rezeption angelangt, muss er feststellen, dass Gast mittlerweile verschwunden ist.

Am nächsten Tag weigert er sich, für an der Bar bestellte Getränke gegenzuzeichnen, pinkelt gut sichtbar in den Pool und hält die Rezeptionistinnen mit allerlei Extrawünschen wie Zusatzkissen, Allergikerbettdecken, Bademantel in exakt seiner Grösse etc.pp. auf Trab, aber immer schön häppchenweise.

Abends furzt er laut vernehmlich und ohne jegliches Schamgefühl im vollbesetzten Speisesaal. Andere Gäste beschweren sich beim Restaurantleiter, der ihn freundlichst bittet, sich ein wenig wie ein zumindest menschenähnliches Wesen zu benehmen.
Affenaufstand, Rumgeschreie, Trara und die übliche Drohung, in entsprechenden Internetportalen eine Bewertung der unzumutbarebn Zustände in unserem Haus abzugeben.

Der Direktor wird eingeschaltet und verabredet eine Unterhaltung im Büro, zu der aber nicht erschienen wird.
Ich werde eingeschaltet, rufe den Fraggle an, der legt mitten im Gespräch auf.
Ich runter ins Restaurant und lasse mir den Typen zeigen.
Ich muss immer aufpassen, dass ich nicht wie ein potentieller Serienkiller wirke, wenn ich Leuten etwas sagen, dabei aber ruhig bleiben muss. Also zische ich ihm zu, dass ich ihn mitsamt Stuhl und wenn´s sein muss auch Tisch hinaustrage, falls er sich nicht bequemt, mit mir zu kommen.
Was ich ihm zu sagen hätte, könne ich ihm auch gleich dort sagen, lässt er mich wissen und setzt dabei ein dermassen überhebliches Gesicht auf, dass mir offenbar die Beherrschung ein wenig flöten geht.
Zeugen berichten, ich hätte ihn einarmig hochgehoben und hinausgetragen, aber das halte ich für Übertreibung. Jedenfalls ist er irgendwie draussen gelandet.
Sein Gepäck auch.
Türkarten decodiert.
Seine Alte, die ja eigentlich eher ´ne Junge war, hat wohl noch versucht, bei anderen Gästen sowas wie Empörung hervorzurufen, ist damit aber kläglich gescheitert.
Von Applaus für den kräftigen jungen Mann  war die Rede.

Cést moi.

Samstag, 4. August 2012

Ich hasse Euch alle

Stimmt so nicht ganz, vielmehr beschränkt sich das auf die Vollpfosten unter Euch, denen die Langeweile und Unzufriedenheit äusserst bedenkliche Aussagen in die Tastatur diktiert, die Ihr mir per Email schicken zu müssen glaubt.
Ich denke da an, nennen wir ihn mal, Alois Hampelhuber, seines Zeichens waschechter Österreicher, Patriot und dermassen stolz auf sein Land, dass ihm meine Verarschung seiner Landsleute fürchterlich gegen den Strich geht, wie er sich auszudrücken beliebt.

Lieber Alois (oder darf ich Loisl sagen?),

das Lesen und das Verstehen einer Sache sind zwei Dinge, wie sie unterschiedlicher wohl nicht sein könnten und Multitasking, das entnehme ich jetzt einfach mal Deinen Zeilen, scheint nicht zu Deinen herausragendsten Fähigkeiten zu gehören, sonst nämlich, aber nur sonst, hättest Du gemerkt, wie scheissegal mir die Herkunft eines Menschen ist.
Ja, ich bekenne mich schuldig - ich veräppel Leute, seien es nun Spanier, die noch bis vor etwa 2 Jahren den Hauptanteil davon abbekamen oder jetzt Österreicher.
Das ist ein wenig wohnortabhängig, einfach, weil mir hier mehr Ösis als beispielsweise Haitianer über den Weg laufen..
Sollte sich die Fügung, die glückliche, jedoch erdreisten, mir einen Ostfriesen oder Westfalen oder Australier oder was auch immer vor die zerebrale Linse zu zerren, so wird auch der sein Fett wegkriegen.
Mitunter verscheisser ich mich sogar selbst. Echt jetzt.
Soviel Rückgrat, vulgo: Eier,  hab ich nämlich, obwohl meine Putze das letztens heftigst bestritt.
Frauen gehören übrigens auch zu meiner bevorzugten Zielgruppe, die kriegen´s besonders dicke.

So, und nun streng doch mal die verobstlerten Hirnwindungen ein bisschen an - na, merkst du was?

Genau!

Also, das nächste Mal, solltest Du diesen merkwürdigen Drang verspüren, dich äussern zu wollen oder gar müssen, schreib´s auf ´ne Klorolle und wisch dir damit den Arsch ab.
Oder noch besser: Es gibt genug Dummdödelblogs (Liste wird auf Wunsch zugeschickt), wo deine verbalen Entgleisungen Beifall hervorrufen. Warum nervst du  die nicht?

Dein ViaE

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Ps:
So hab ich´s gerne:
Der beste meiner Pläne ist bisher, in ViaE´s Hotel anzuheuern, wenn ich schon nach einem neuen Heim suchen muss, dann will ich wenigstens mal wieder einen respektablen Chef & Kollegen haben. Naja zumindest mein Bewerbungsstil dürfte ihm gefallen.Wünscht mir Glück.

Findet man hier, ganz unten.
Braves Mädchen *patpat* ( und das ganz ohne Fakelaki).

Montag, 30. Juli 2012

It´s raining again

Es regnet.
Das ist  weder ungewöhnlich für die Jahreszeit in hiesigen Gefilden, noch würde es mich weiter stören, wenn ich nicht grad heim wollte. Gewöhnlich nutze ich -fleissige Leser wissen`s eh- Austria´s Next Topmopped für geringe Entfernungen, was eigentlich nur Vorteile hat, beispielsweise hab ich nach 20 Minuten Fahrt so viele Mücken intus, dass ich mir das Frühstück locker sparen kann.
Nun aber regnet es.
Das ist schlecht, muss ich doch gewissermassen gleich anschliessend weiter nach Wien. Die allmontäglichen Zugfahrten dorthin nutze ich immer für ein erholsames Nickerchen.
Jetzt muss ich aber erstmal mit dem Zug -es regnet, wir erinnern uns- nach Hause, was in der anderen Richtung liegt. Schlafe ich dort ein, könnte es passieren, dass ich in Berlin aufwache, da ich dort aber schon mal ein Jahr gewohnt habe, möchte ich das lieber nicht. Hauptstadtbewohner wissen, was ich meine.
In Wien habe ich auch schon gewohnt, allerdings ist es dort viel lustiger und letztendlich ist´s ja auch meine heutige Destination.
Wien ist viel schöner als Berlin und von allen Städten, wo ich schon gewohnt habe, würde es bei einem Ranking, einem sehr subjektiven, weil sehr persönlichem, zugegeben, mindestens auf dem 25. Platz landen, wahrscheinlich ganz knapp vor Innsbruck, gewiss jedoch hinter Salzburg.
Den Top-Platz nähme Barcelona ein, aber nur, weil´s da jetzt bestimmt nicht regnet. Dann folgte Hamburg.

Und damit schliesst sich der Kreis, denn am 1. August bekommen wir eine Praktikantin aus ebenjenem, von mir so heissgeliebten Hansestädtchen, der wir nur noch operativ das Sprachzenrum entfernen und Brustimplantate einsetzen müssen. Dann geht sie als waschechte Tirolerin durch.
Und bevor jetzt die Pferde mit mir selbiges tun, verabschiede ich mich artigst und wünsche einen gediegenen Montag.
Sollten es Bacchus und der mir namentlich leider unbekannte Gott des Bieres gut mit mir meinen, stehe ich Dienstag und/oder Mittwoch wieder zur Verfügung.
Benehmt euch solange.

Mittwoch, 25. Juli 2012

50 Shades of ViaE

Den heutigen Post möchte ich der Forschung widmen, und zwar nach der Antwort auf diverse Fragen, die mir nicht erst seit gestern durch den Kopf geistern.

Zunächst mal hätte ich ganz gerne gewusst, wie es kommen kann, dass der von der kommentierenden Zunft sträflich vernachlässigte Artikel "O sole mio" hier abgeht wie´n Zäpfchen, obwohl kaum bis gar nicht danach gegooglet wird und andererseits ständig nach "Murmeltiersalbe" gefragt wird, das entsprechende Produkt aber in unseren Wellnessbereichen die Regale verstopft.

Und wie ist -wir entfernen uns etwas von der Blog-,  noch weiter hin zur realen Welt, das nur, damit ihr da nix durcheinanderbringt- es möglich, dass "Starbucks" so einen Erfolg hat, wo doch Kaffee angeblich die Denkfähigkeit steigert?

Wer eine befriedigende Antwort auf die folgende Frage parat hat, der möge damit bitte auch nicht hinterm Berg (an dessen Fusse ich ja bekanntlich hause) halten :
Was um alles in der Welt macht den Erfolg von "Shades of  Grey" aus, einem Buch, bei dessen auszugsweiser Lektüre mir sich der Verdacht aufdrängt, dass sowohl für das Schreiben wie das Lesen selbigens der gleiche IQ wie fürs Komasaufen erforderlich ist?
Oder hab ich nur die falschen 3 der über 600 Seiten erwischt?
Sind die anderen genial?
Bin ich eventuell mit Anti-Hype imprägniert?
Sind Frauen wirklich so und wenn ja, wieso verkauft dann der Reitsportartikel-Höker so wenige Gerten?
Hätte Grey´s Anatomie eine reelle Chance gegen meine?

Fragen über Fragen - die Antworten bitte wie immer auf ein unliniertes Blatt Papier, Format DIN A4, schreiben, es zu einem Flieger basteln und aus dem Schlafzimmerfenster segeln lassen.
Viel Spass!

Freitag, 20. Juli 2012

Liebe Kinder, bitte zuhause nicht nachmachen!


Das ist, wollt´s nur mal kurz erwähnen, keine angemessene Art, das Eintreffen der erwarteten Schweizer Rentnergruppe zu kommentieren. Wie ich ja auch allgemein bemerken muss, heute nicht besonders zufrieden mit den dargebrachten Leistungen der Rezeption zu sein.
Die schreiben viel. Müssense. Da wollen Speisekarten, Tagesprogramme, Ausflugsziele und wasweissichwasnoch erstellt werden.
Vorhin beging ich den fast schon unverzeihlich zu nennenden Fehler, da mal einen kurzen Blick drüber zu werfen und die Schockstarre fuhr mir in sämtliche Glieder.
Nach einer erholsamen Zigarettenpause gelang es mir, wieder Oberhand über meine Körperfunktionen zu erlangen und so bastelte ich diesen niedlichen Hinweiszettel:


Häute 17 Ur

Legasstänikaträffen

im Konpherentzrauhm


 










Donnerstag, 19. Juli 2012

ViaE goes boyscouts

Gestern bin ich meinem Ziel, ein noch besserer Mensch zu werden, ein nicht unerhebliches Stück nähergekommen. Ich habe nämlich einer älteren Dame erst auf-  und dann über die Strasse geholfen.
Sie hatte sich, darf man ihrer Schilderung Glauben schenken, ganz fürchterlich erschrocken, als sie Austria`s Next Topmopped auf sich zurasen sah. Als Pilot desselben muss ich an dieser Stelle heftigst widersprechen, pilotierte ich das Mördergerät doch mit bestenfalls 70 Sachen . Naja, ok, in der Fussgängerzone mag das zunächst mal viel klingen, aber so schlimm, wie´s die Zeternde darstellte, war´s denn doch nicht. Im übrigen würd ich ja nicht so auf die Kacke haun, wenn ich grad der Hälfte meines Blaseninhalts verlustig gegangen wäre.
Nun, jedenfalls wuppte ich sie in die Vertikale und schob sie aus dem Weg, auf dass nicht noch andere friedliche Verkehrsteilnehmer unter ihr zu leiden hätten.
Meinen Vorschlag, sie könne mich ja ruhig auf den Schreck zu einem Kaffee einladen, lehnte sie rundweg ab. Das haben wir gerne: verkehrsuntüchtig, grosse Klappe und auch noch pleite.
Manmanman, was soll bloss aus der werden, wenn sie erstmal die 40 erreicht?

Mittwoch, 18. Juli 2012

Ein Sommernachtstraum

Von meinem Büro aus kann ich auf eine Wiese schauen, eine schöne grüne, um nicht zu sagen bunte. Sie gehört zur parkähnlichen Innenanlage des etwas kleineren, dafür aber idyllischer gelegenen Hotel in Bergnähe. Manchmal sehe ich die weiblichen Mitarbeiterinnen, wie sie in ihrer Freizeit  darüber streifen und Gänseblümchen für mich pflücken, die sie mir zu niedlichen Sträussen gebunden überreichen.
Einige Blümchen sind gar blütenlos und ich weiss, sie haben vor meinem Büro gewartet, in froher Erwartung einer persönlichen Audienz. "Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich..."

Wie gesagt, ein Traum.
Die überharte Realität sieht so aus:
Montags fahre ich ja bekanntlich nach Wien, stutze den dortigen Manager auf Normalmass, nehme Huldigungen und Beschwerden der dortigen Angestellten entgegen und bearbeite sie nach bester thüringischer Verfassungsschutzmanier.
Das gibt der hiesigen Hausdame die Gelegenheit, ein Zimmermädchen in meine Privat-Wohnung zu schicken, die dort aufräumt, sauber macht und desweiteren den Kühlschrank aufzufüllen hat.
Das klingt dekadenter, als es ist. Ich bin einfach zu faul dafür.
Gestern nun stehe ich an der Rezeption, tratsche ein wenig übers laue Wiener Nachtleben, das mir nichtsdestotrotz zwei kolossale Augenringe produziert hat, da kommt Juliana, die Auserkorene, tippt mir auf die Schulter, schaut mir tief in die Augen und hebt an: "Du hast keine Eier mehr!"

Und nun frage ich euch: Ja, wie denn auch, bei solchen Mitarbeiterinnen?

Sonntag, 15. Juli 2012

O sole mio

Zur altersbedingten geistigen Verwirrung gesellt sich , seit ich hier lebe, immer öfter die spontane, meistens hervorgerufen  durch das unbeabsichtigte Aufeinandertreffen mit Amtspersonen, deren Lieblingsbeschäftigung darin zu bestehen scheint, mich in den Wahnsinn treiben zu wollen.

Man fühlt sich, sein wir doch mal ehrlich, immer recht unwohl in den unendlichen Weiten der Behördenflure, vermisst klare Hinweise bezüglich Zuständigkeiten, waschfeste Wandfarbe und ein wenig auch die persönliche Zuwendung, Liebe, eine Schulter zum Anlehnen oder einfach nur irgendjemanden, der annähernd einen Plan haben könnte.
Irgendwie lebt man ständig in der Furcht, im nächsten Augenblick wegen Störung der Totenruhe verhaftet zu werden, was die Unbehaglichkeit noch steigert.

Ehrfürchtig setzte ich mich also vor ein Büro, den Bollerwagen mit den erforderlichen Unterlagen sauber neben mir geparkt, und wartete ein halbes Stündchen, bis schliesslich jemand den Kopf zur Tür heraushielt und sich nach meinem Begehr erkundigte.
"Solarförderung!" rief ich mit fester Stimme.
"Zimmer 612, 4. Stock!" kam´s mit ebensolcher zurück.
Mein  "besten Dank" prallte an der bereits wieder geschlossenenen Tür ab, komprimierte sich zu einem veritablen Echo und begleitete mich ein Stück auf dem Weg zum Lift, der selbstverständlich ausser Betrieb war. Irgendwie konnte ich nicht gegen den aufkeimenden Gedanken ankämpfen, dass man allein mit meinem Anteil am Einkommenssteueraufkommen sämtliche Lifte in sämtlichen Amtsgebäuden sämtlicher Städte in sämtlichen Bundesländern Tag und Nacht in einwandfreiem Betrieb halten können müsste, aber so kleinlich wollt ich denn doch nicht sein, sondern lieber ein Treppenhaus suchen, auf dass sich mein unaufhaltsamer Aufstieg vollziehen möge.

Ich war ein wenig -die Akten, Sie verstehn- ausser Atem und kognitiver Kontrolle, als mir 3 Personen entgegenkamen, die sich anhand von Kleidung, Aussehen und Geruch eindeutig als Beamte oder zumindest Angestellte im öffentlichen Dienst zu erkennen gaben und mir obendrein eröffneten, jetzt sei Frühstückspause. Ich könne die Angelegenheit, von der sie ja nichtmal ahnen  konnten, welche das denn wohl sei, aber auch per Email klären. Oder morgen wiederkommen, was, da Freitag, obendrein der 13., war, mir recht unsinnig erschien.
Später am Vormittag ginge nicht, wie mir auf  Nachfrage mitgeteilt wurde, weil wegen Abteilungsmeeting und nachmittags  "hach, guter Mann, Freitag Nachmittag, tsss" schonmal gar nicht.

Ich glaube, um mal kurz zu resümieren, ich baue die Photovoltaikanlagen wieder ab, beziehe Atomstrom aus Frankreich oder der Ukraine und scher mich fortan ´nen Dreck um die Umwelt.
Und Behörden.

Freitag, 13. Juli 2012

Treulose Tomaten

Es gibt, Zartbesaiteten möge dies als Vorwarnung gelten, schlechte Neuigkeiten:

Eva´s Katze ist weg. Entlaufen, entführt, vom bösen Wolf gefressen, man weiss es nicht.
Jedenfalls trat Eva, eine unserer Koryphäen an der Rezeption, mit der Bitte an mich heran, diesbezüglich einen Zettel ans schwarze Brett hängen zu dürfen und obwohl ich mir relativ sicher bin, dass die Katze des Lesens nicht mächtig ist, gab ich grosszügig mein Einverständnis und ausserdem den gut gemeinten Rat, vorerst nichts beim Chinesen zu bestellen.

Ferner gibt es zu vermelden, dass Haustechniker Toni gekündigt hat, weil er einen Klopapierverleih aufmachen möchte. Oder was anderes in der heimatlichen Steiermark gefunden hat; weiss nicht, hab nicht so genau zugehört.
Das trifft mich hart, war er es doch, der sich gar liebevoll um Austria´s Next Topmopped gekümmert hat, es liebevoll betankt und gesäubert hat, wenn ich mal wieder sämtliche Kuhfladen Tirols durchfahren hatte.
Dazu benutzte er immer seinen eigenen Kärcher, wie auch zur allabendlichen Reinigung seiner 4 Kinder, wenn die vom Spielplatz heimkamen. Ich werde ihn vermissen, den Kärcher.

Wie kann man denn bitteschön in der Hauptsaison einfach so abhaun?
Dieser Vorwurf richtet sich sowohl an Toni, als auch an die Katze.
Eva und ich werden wohl eine Selbsthilfegruppe gründen, der Freitag Abend ginge noch, nachdem sich die AA jetzt immer dienstags treffen.
Fehlt nur noch eine professionelle Gruppenleitung, aber da habe ich schon jemanden im Auge, einen Diplom-Psychologen, den ich bei einer gemeinsamen Taxifahrt kennenlernte. Er war der Fahrer, ich der Gast und wie wir so ins Gespräch kamen, liess er verlauten, bei Stress immer in den Wald zu gehen und Bäume zu umarmen, was mir persönlich ja sehr zusagt.
Ja, warum soll ich den Baum nicht ein bisschen knuddeln, bevor ich ihn ausreisse?

Den werd ich engagieren, wenn auch nicht als Lebensberater, so doch als Haustechniker. Oder Gärtner.
Und der Gärtner wird dann Haustechniker. Oder Lebensberater.

Warum muss mein Leben eigentlich so kompliziert sein?