Oft hat man eine Geschichte im Kopf und schreibt sie doch nicht auf, aus welchem Grund auch immer.
So ging es mir mit diesem Buch; immer und immer wieder wollte ich anhand einer fiktiven Person, eines fiktiven Lebens die Zeit Revue passieren lassen mit all ihren Unbillen, Aufregern und historischen Abläufen.
Dann hatte ich endlich mal die Zeit dafür.
Was lag also näher, als einen Anti-Helden zu erfinden und ihm eine Lebensgeschichte zu verpassen, eine, die so ungewöhnlich ist, dass eine Identifikation mit dem Ich-Erzähler fast unmöglich scheint und der Leser nie aus der Rolle des Betrachters herauskommt - er soll nicht eins werden mit der Hauptperson, es liesse ihn die Distanz verlieren, die gebraucht wird, um die Abläufe neben dem Ablauf nicht aus dem Blickfeld zu verbannen.
Hans ist 18, als er zum ersten Mal ein Spielcasino betritt - fortan wird sich der Reiz des Glücksspiels immer mehr in sein Leben einnisten, er wird Unsummen verspielen, gelegentlich auch welche gewinnen.
Vor den Ereignissen der letzten 30 Jahre sehen wir ihn in Luxushotels und Obdachlosenheimen wohnen, im Knast und in der Klappse landen, er trägt "Boss" und Drillich, gewinnt Geld und Freunde, verliert beides wieder und kommentiert die Welt und ihre Kapriolen aus seiner augenblicklichen Sicht.
Er ist sarkastisch und zynisch - so wie das Leben, das ihm nichts bieten kann, ausser Orte, wo kleine weisse Kugeln in einem Kessel rotieren. Er lebt in dieser, seiner eigenen Welt und muss sich gerade deshalb mit der Welt um ihn herum auseinandersetzen.
Lesen auch Sie den Roman des 21. Jahrhunderts, demnächst hier (oder bei OBI).^^
Natürlich nur auszugsweise, will ja noch den grossen Reibach machen, gelle.