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Sonntag, 26. August 2012

Old Man

Ich bin grad ein wenig verwirrt. Mehr als normalerweise um diese Uhrzeit und in diesen Breiten.
Unter den diversen Gründen dafür picke ich einfach mal einen exemplarisch heraus:
Auf Twitter, auf einem quasi ungenutzten Account, verfolgt mich eine Professorin für Gynäkologie und da frag ich mich doch, was uns denn wohl verbinden könnte.
Ist es etwa der Sarkasmus, der uns zusammenschweisst bei den Abscheulichkeiten, die wir Tag für Tag in unserem beruflichen Alltag sehen?
Oder die geteilte Freude an Scheidenpilzsalbenwerbung während der Abendbrotzeit?
Das werde ich sie wohl mal fragen müssen. Bei der Gelegenheit kann ich ja auch ein Thema zur Sprache bringen, das mich schon ewig interessiert:
Was bringt ein männlicher Gynäkologe als Motivationsgrund vor, wenn es um seine Berufswahl geht?
Die schöne Aussicht? Aufstiegschancen? Dass es zum Stuckateur nicht gereicht hat?

Wo wir grad von Muschis reden  -  Cat Stevens.
Der ist ja konvertiert und zwar nicht vom kiffenden Althippie zum saufenden Rockstar, sondern von weissnichtwas zum Islam und weil Allah ihn so lieb hat, ist er jetzt pleite und muss seine ollen Kamellen singen. Wir reden von Cat, nicht von Allah, das nur zum besseren Verständnis. Arme Sau, die.

Das Verständnis wiederum fehlt mir bei einer Dame aus dem Sauerland. Oder war das etwa nur ein Tippfehler und sollte Sauertopf heissen? (Kleiner Insider für Kommentarleser).

Was gab´s sonst noch so? Achja, habe Geburtstag gehabt. Gestern. Mit angemessener Altersweisheit werde ich fortan gelassen auf die Dinge sehen, werde Blutdruck, Herz und Umwelt schonen, indem ich mich nicht mehr aufrege. Über gar nix. Nichtmal, dass die üblichen Besserwisser bei wordpress nichts, aber auch rein gar nichts zum Urteil  von Oslo geschrieben haben.

Womit wir wieder bei Muschis wären - und schon wie ich diesen Satz anfing, war mir klar, dass dies kein sauberer Übergang zum nächsten Thema werden würde. Das lautet nämlich: WIEN.
Irgendwie habe ich beim Gedanken an diese wunderschöne Operettenkulissenstadt ein Bild von auf dem Tisch tanzenden Mäusen im Kopf. Weil der Kater nicht da ist. Der ist nämlich hier. Bei mir. In mir.
Schon erwähnt, dass ich gestern Geburtstag hatte? Bestimmt.
Gleich geht´s nach Vienna, wie der globetrottelige Ösi zu sagen pflegt.
2 Tage.

Diese Zeit werde ich u.A. dazu nutzen, um über die Annahme und Weitergabe von Auszeichnungen nachzudenken, mit denen es ja so ein Kreuz ist, wie wir alle  spätestens seit der Ablehnung Reich-Ranickis des Fernsehpreises wissen.
Als alter Egomane freue ich mich natürlich wie Bolle, wenn mein Schaffens- und Lebenswerk gewürdigt wird, wie das die zauberhafte Alex getan hat, andererseits stört mich der Stöckchen-Charakter des Prozederes.
Ob also  jene Auszeichnung ihren Platz neben Oscar, Echo, Bambi, Nobelpreis, Cesar und Pedigree-Pal finden wird...who knows?
Ihr.
Demnächst.

Montag, 30. Juli 2012

It´s raining again

Es regnet.
Das ist  weder ungewöhnlich für die Jahreszeit in hiesigen Gefilden, noch würde es mich weiter stören, wenn ich nicht grad heim wollte. Gewöhnlich nutze ich -fleissige Leser wissen`s eh- Austria´s Next Topmopped für geringe Entfernungen, was eigentlich nur Vorteile hat, beispielsweise hab ich nach 20 Minuten Fahrt so viele Mücken intus, dass ich mir das Frühstück locker sparen kann.
Nun aber regnet es.
Das ist schlecht, muss ich doch gewissermassen gleich anschliessend weiter nach Wien. Die allmontäglichen Zugfahrten dorthin nutze ich immer für ein erholsames Nickerchen.
Jetzt muss ich aber erstmal mit dem Zug -es regnet, wir erinnern uns- nach Hause, was in der anderen Richtung liegt. Schlafe ich dort ein, könnte es passieren, dass ich in Berlin aufwache, da ich dort aber schon mal ein Jahr gewohnt habe, möchte ich das lieber nicht. Hauptstadtbewohner wissen, was ich meine.
In Wien habe ich auch schon gewohnt, allerdings ist es dort viel lustiger und letztendlich ist´s ja auch meine heutige Destination.
Wien ist viel schöner als Berlin und von allen Städten, wo ich schon gewohnt habe, würde es bei einem Ranking, einem sehr subjektiven, weil sehr persönlichem, zugegeben, mindestens auf dem 25. Platz landen, wahrscheinlich ganz knapp vor Innsbruck, gewiss jedoch hinter Salzburg.
Den Top-Platz nähme Barcelona ein, aber nur, weil´s da jetzt bestimmt nicht regnet. Dann folgte Hamburg.

Und damit schliesst sich der Kreis, denn am 1. August bekommen wir eine Praktikantin aus ebenjenem, von mir so heissgeliebten Hansestädtchen, der wir nur noch operativ das Sprachzenrum entfernen und Brustimplantate einsetzen müssen. Dann geht sie als waschechte Tirolerin durch.
Und bevor jetzt die Pferde mit mir selbiges tun, verabschiede ich mich artigst und wünsche einen gediegenen Montag.
Sollten es Bacchus und der mir namentlich leider unbekannte Gott des Bieres gut mit mir meinen, stehe ich Dienstag und/oder Mittwoch wieder zur Verfügung.
Benehmt euch solange.

Montag, 23. Juli 2012

Blowjob **

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Mittwoch, 18. Juli 2012

Ein Sommernachtstraum

Von meinem Büro aus kann ich auf eine Wiese schauen, eine schöne grüne, um nicht zu sagen bunte. Sie gehört zur parkähnlichen Innenanlage des etwas kleineren, dafür aber idyllischer gelegenen Hotel in Bergnähe. Manchmal sehe ich die weiblichen Mitarbeiterinnen, wie sie in ihrer Freizeit  darüber streifen und Gänseblümchen für mich pflücken, die sie mir zu niedlichen Sträussen gebunden überreichen.
Einige Blümchen sind gar blütenlos und ich weiss, sie haben vor meinem Büro gewartet, in froher Erwartung einer persönlichen Audienz. "Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich..."

Wie gesagt, ein Traum.
Die überharte Realität sieht so aus:
Montags fahre ich ja bekanntlich nach Wien, stutze den dortigen Manager auf Normalmass, nehme Huldigungen und Beschwerden der dortigen Angestellten entgegen und bearbeite sie nach bester thüringischer Verfassungsschutzmanier.
Das gibt der hiesigen Hausdame die Gelegenheit, ein Zimmermädchen in meine Privat-Wohnung zu schicken, die dort aufräumt, sauber macht und desweiteren den Kühlschrank aufzufüllen hat.
Das klingt dekadenter, als es ist. Ich bin einfach zu faul dafür.
Gestern nun stehe ich an der Rezeption, tratsche ein wenig übers laue Wiener Nachtleben, das mir nichtsdestotrotz zwei kolossale Augenringe produziert hat, da kommt Juliana, die Auserkorene, tippt mir auf die Schulter, schaut mir tief in die Augen und hebt an: "Du hast keine Eier mehr!"

Und nun frage ich euch: Ja, wie denn auch, bei solchen Mitarbeiterinnen?

Mittwoch, 20. Juni 2012

Me and Norman Bates

Hab ich eigentlich schonmal erwähnt, dass es mal eine, wenn auch zugegebenermassen recht kurze Zeit von etwa einer halben Stunde gab, in der ich den festen Vorsatz fasste, Psychologe zu werden?
Ich war 4 Jahre alt; bis dato war mein eigentlicher Berufswunsch Scharfrichter, mein Vater überzeugte mich jedoch davon, dass es da gewisse Schwierigkeiten mit dem Grundgesetz gäbe und Scharfrichter grad nicht so en vogue seien.
Also Psychologe - fasziniert von dem Gedanken, wie dauerhaft lebensunfähige Menschen den temporär lebensunfähigen hilfreich zur Seite stehen und dafür auch noch die fette Patte absahnen, versuchte ich erstmal, meine beiden geringfügig älteren Brüder zu therapieren. Dem grossen wollte ich die doch recht lästige Flugangst nehmen, indem ich ihn von einer ca. 4m hohen Schlackeaufhäufung (Jau, ich komm aussem Pott) stiess, der mittlere schien mir im Bereich Hundephobie behandlungsbedürftig.
Der Bruch wurde sauber geschient und der Biss mit 17 Stichen professionell genäht.
Danach beschloss ich, Hotelier zu werden. Ehrlich.
Als Hotelier hat man nämlich, so man denn im Ausland die Hoteliererei betreibt, ausgesprochen gute Chancen, den Integrationsbambi zu bekommen, was ja seit jeher eins meiner erklärten Ziele ist und von jenem, dem Ziel nämlich, befinde ich mich bestenfalls noch einen Steinwurf entfernt.
Österreich wird -Achtung, aufgemerkt, es folgt geopolitisches Basiswissen- bisweilen, um nicht zu sagen 2mal jährlich, von den Magyaren heimgesucht, die in der Regel auf der Suche nach einer möglichst sinnfreien, wenngleich gut dotierten Stellung sind, die in ihrem angrenzenden Heimatland fast vollständig ausgerottet sind.
Davon habe ich ja aber nun mehr als genug und so benutzte ich den gestrigen Tag, grad aus Wien zurückgekehrt, noch schwer vom Jetlag gezeichnet, um adäquates Personal einzustellen, was mir in geradezu vorzüglicher Art und Weise gelang: Jeder, der auf die Frage nach dem kommenden Europameister richtig antwortete, bekam einen grosszügig dotierten Vertrag, eine schöne, saubere Kemenate und 200€ Vorschuss, womit die Portokasse geplündert wäre und keine unvorhergesehenen Ereignisse mehr eintreten dürfen.

So, jetzt setz ich noch schnell die Dankesrede für die Bambi-Verleihung auf, faxe den Leuten von Burda, wo sie das Viech hinschicken und ja ausreichend frankieren sollen und dann mach ich mich an die Ausarbeitung des für Freitag vorgesehenen Vortrags. Obwohl - eignetlich bin ich ja nicht so der Freund von vorgestanzten und runtergeleierten Wortparaden - ich denke, angemessen wird sein, da es ja um alternatives Denken bei der Geschäftsführung gehen soll, wenn ich mich einfach bei meinen Labels hier aus dem Blog bediene und dann frei von der malträtierten Leber weg improvisiere.

Was haltet ihr von:

alle doof
Armageddon
Betrug
Dummheit
Fragen über Fragen
Revolution
scheisse?

Samstag, 16. Juni 2012

Zäpfchen sind was für´n Arsch

Gleiches gilt -und zwar uneingeschränkt- auch für den sogenannten, von gewissen Stellen propagierten Nationalstolz, der immer wieder gerne hergenommen wird, um einem Menschen, der in der Regel realtiv wenig Anteil an den beachtenswerten Resultaten "seines" Landes hat, eine Identität zu verpassen, die ihm normalerweise mindestens zwei Nummern zu gross sein dürfte.

Oder hast du Christoph Waltz Schauspielunterricht gegeben, damit er seinen zweifellos verdienten Oscar gewinnen konnte?

Bist du der Ingenieur, der bei Mercedes, VW, Audi oder Porsche die scheinbar besten Autos der Welt konstruiert?

Hast du Henry Maske trainiert?

Sind die -in diesem Fall schränk ich´s mal auf die für die Optik zuständigen ein- Gene der Frau Klum, Heidi, deiner DNA entsprungen?

Kannst du die besten Industrieanlagen oder Werkzeuge bauen?

Soll ich dir was sagen? Das alles -und noch viel mehr- hast oder kannst du nicht und allein die Geburt in einem bestimmten, im Laufe der Jahrtausende mehrmals relativ willkürlich und durch Gewalt festgelegten Gebiet  gibt dir keinesfalls das Recht darauf, stolz ein Deutscher zu sein.
Oder Engländer.
Oder Franzose.
Meinetwegen auch Ami.
Oder Angolaner.

Grad jetzt, wo wieder die Besten ihrer Zunft um den Titel des Europameisters spielen, solltest du dich etwas zurückhalten.
Sich freuen, wenn das eigene Team gewinnt, ja, das darf man, und wie.
Letztendlich sollte aber niemand vergessen, dass es sich lediglich um eine Elite, in diesem Fall um die kickende nämlich, handelt und wenn du nicht grad der Herr Badstuber senior oder seines Junior´s Jugendtrainer bist, solltest du dir so etwas wie Stolz auf dessen Leistung verkneifen.
Für den Spieler ist es eine Auszeichnung, eine Anerkennung seiner Leistung, in den Kreis der Besten seines Landes berufen zu werden und wenn du etwas Ähnliches erreichen kannst, dann darfst auch du stolz auf dich sein.
Auf dich, nicht auf dein Land, denn das kann so rein gar nichts dafür, dass du so ein guter Spieler bist, bestenfalls kannst du noch froh sein, kein Indonesier zu sein, denn dann stündest du wohl ziemlich allein da mit deiner Kunst.

Jeder, der Grosses vollbringt, sei es nun im Sport, in der Wissenschaft, der Kunst oder auch Wirtschaft (auch da gibt es echte Koryphäen, man glaubt es kaum), darf und sollte sogar stolz auf das Erbrachte sein. Seine Eltern, Lehrer, Professoren, Ausbilder, Trainer und sonstwie eng Verknüpfte, die auf die eine oder andere Art zu dessen Erfolg beigetragen haben, dürfen diesen Stolz teilen.
Der Rest sollte einfach nur jubeln.


Und wenn mir hier im schönen, mit Sicherheit schönerem als der Lüneburger Heide, Tirol Deutsche  entgegenkommen, nationale Parolen gröhlend, müssen die sich nicht wundern, wenn sie von mir mal eins in die durch doch recht steif gehobene Grusshand freiliegenden Rippen bekommen.
Genau wie die Italiener auch.
Und die Russen.
Polen.
Tchechen.

Mehr Nationen habe ich hier noch nicht entdeckt. Montag in Wien vielleicht.

Schöne Ereignisse werden leider immer wieder durch derlei Vollbratzen gestört und verleiden mir oft genug den Spass.
Und sicher nicht nur mir.

Wenn "wir" am 1. Juli Europameister werden -und das werden wir- , werde ich schreien, glucksen, singen und die Arme (beide) in die Höhe reissen, mit dem wundervollen Gefühl zu wissen, dass, wäre ich 20 Jahre jünger und hätte damals nicht meinem Gegenspieler eine gelangt und den Schiri mit Sand beworfen, mein bewundernswertes Talent mich straight in die Nationalelf geführt hätte .
Und dann wär ich stolz wie Oscar, der kleine Freund von Christoph.

So geniesse ich es einfach nur.


Montag, 4. Juni 2012

Los gezz

"Mein Leben als Mensch"            (Jan Weiler)
"Mein Leben als UN-Mensch"     (Kofi Annan)
"Mein Leben als Unmensch"         (ViaE)

Ihr seht, liebe Brüder und Schwestern, gar leichthin fällt man der Verwechslung anheim und auch mir bleibt dies nicht erspart. Oft schaue ich in mein Blog, betrachte die Statistiken und tiefe Wehmut will mich übermannen. Ich fühle mich wie in einem meiner Meetings, wo ich frohgelaunt und höchstmotiviert ganz bunte Sachen auf den Flipchart zaubere und obwohl nach und nach immer mehr scheinbar interessierte Zuhörer den Raum füllen, gucken mich am Ende alle mit ausdruckslosen Froschaugen an.
"Na? Naaaaaaaaaaaa?", frage ich erwartungsvoll in die Runde.
Nichts. Stille.

Und nun blicken wir mal gemeinsam auf die Kommentarfelder unter den letzten Posts.
Na? Naaaaaaaaaaaaa?
Fällt euch da was auf?

So geht das nicht. Ich kann so nicht arbeiten, ja nichtmal leben kann ich so. Will ich auch nicht. Hab ja letztens sogar die Captcha-Abfragen rausgenommen, aber nichtmal mehr Spam-Bots trauen sich, was zu hinterlassen.

Irgendwie werde ich das maue Gefühl nicht los, es könnte an meiner Themenwahl liegen.

Oft berichte ich ja aus der grossen weiten Welt wie Barcelona oder Tirol; ich meine, wenn ihr eher die Heimatverbundenen seid, dann sagt doch mal was.
Schreib ich eben übers -meinetwegen- Sauerland:
Von grünen  Höhen und Bergkämmen umsäumt finden wir diese einzigartige Landschaft, im Westen von der Ruhr (also dem Fluss jetzt) benetzt, im Osten von der...äh...Wolga(?). Ihre Ureinwohner scheren in ihrer knappen Freizeit gerne den Asten kahl. Der Durchschnittsbürger kassiert etwa 899€  Iserlohn und der Verwandschaftsgrad untereinander ändert sich bei Hochzeit nur marginal.

Oder Politik. Ich kann auch Politik.
Wie wär´s, wenn ich mal etwas über den Piratenkäpt´n Lauer verfasse? Titel: Der braune Corsar.

Oder ein Thema, das mir persönlich sehr am Herzen liegt: Organspende.
Da läuft ja irgendwie alles falsch. Seit Jahrzehnten biete ich meine  Leber an, bisher hat sich aber noch kein würdiger Abnehmer gefunden.

Fernsehen: Ich fordere die Umbenennung von "Wer wird Millionär?" in "Wer verbrät am meisten Joker bis zur 8000 € -Frage und kassiert dann doch 32000, obwohl er/sie doof wie ´ne Milchtüte ist?".

Die Filosofie mit Ph ist ja auch mein Ding, aber bevor ich jetzt wieder ungefragt Lebensweisheiten absondere, wälze ich a) mich  Richtung heimatlicher Wohnung und b) die Verantwortung auf euch ab.

Morgen verweile ich in Wien, wo ich neben meinen üblichen  Verrichtungen auch mal bei der Akademie der Künste vorbeischauen werde, um mich persönlich für die damalige Ablehnung des Herrn aus Braunau zu bedanken. Hätten die Trottel sich nicht so elitär gegeben, müsste ich jetzt Israel nicht gut finden.
Dienstag erwarte ich dann spätestens eure Vor-, Rat- und kalten Umschläge, auf dass es hier dialogtechnisch aufwärts gehen möge.

Los gezz!

Samstag, 29. Oktober 2011

TIME TO SAY GOODBYE

Bild von http://www.massivemoves.com/
09.11.2011
Maui, Hawaii
dpaa- Wie erst heute bekannt wurde, ist vorgestern der in Insider-Kreisen  als ViaE bekannte 48jährige Jörg S. (vollständiger Name der Redaktion bekannt, Anm. d. Redaktion) auf Maui eingetroffen.
Nach informativen Treffen in Wien, Barcelona und Tokyo wird er sich dort den Genüssen des Lebens hingeben -Saufen, Surfen, Sandburgen bauen.
Wir wünschen ihm an dieser Stelle geruhsame Urlaubstage fernab der Knödel.
-Wie uns soeben mitgeteilt wurde, ist er in Begleitung seiner Stieftochter, die bis zu einem frühmorgendlichen Blogpost am 29.10.11 nichts davon wusste.-

Mittwoch, 28. September 2011

Ein Quantum Toast

Man kann, sofern man gute Nerven hat, sehr gut neben Andrea im Auto sitzen. Als Beifahrer, wohlgemerkt. Unterlässt man Sachen wie "Ich muss mal", "Wann sind wir endlich da?" oder das allseits beliebte "Ich habe Durst wahlweise Hunger", ist es ein wahrhaftiger Genuss, ihr beim Führen eines Fahrzeugs zuzuschauen; leise Gebete vor sich hinmurmelnd rauscht man durch die frühmorgendliche Gegend und gelegentlich entwickelt sich sogar so etwas wie Konversation.
Andrea: "Wenn ich mir demnächst mal wieder ´nen Typen aufreisse, fragst du ihn bitte nicht, was er denn mal werden möchte, also nachdem er den Hauptschulabschluss nachgemacht hat, ok?"
Ich: "Hmpf."
Stille.
Noch mehr Stille.
Nervenzerfetzende Stille.
Ich: "Wann sind wir endlich da?"
Andrea: "Bald!"
60 Kilometer später.
Ich: "Ich muss mal!"
Durst hatte ich auch, Andrea Hunger, also steuerten wir eine Raststätte an, wo ich erst alten Kaffee ent- und mir sodann neuen besorgte, der geschmacklich irgendwo zwischen  Eigenmarke von Penny und Hühnerbrühe ohne Huhn lag. Andrea machte  damit ihr geröstetes Weissbrot lutschbar, bevor sie mir plötzlich, quasi überfallartig mangelnde Intoleranz im Umgang mit meinem Umfeld attestierte, wobei anfänglich offen bleiben sollte, wen genau sie damit meinte. Sehr schnell wurde jedoch deutlich, dass es wieder mal um Blogs bzw. deren Verfasser und Kommentatoren gehen sollte. Papst, Religionen, UFO´s, Bilderberger, Illuminaten, Truther - all das sei ja nun schon von mir gebasht worden, bliebe die Frage, wer als nächstes und wenn ja, warum dran käme. Den ganzen Scheiss, wie sie sich auszudrücken pflegte, könne man doch getrost in die Tonne kloppen, doch da musste ich scharf widersprechen und ihr meine Sicht der Dinge bildlich-blümerant darlegen.
Wie sie  sicherlich wisse, leitete ich meine Ausführungen ein, sei ich ja Schalke-Fan. Nicht selten käme es demnach vor, dass ich königsblau gewandet vor dem Fernseher sässe und meinem Lieblingsverein bei der Verrichtung seiner sportlichen Aktivitäten zusähe. Nun hätte ich aber so rein gar nichts dagegen, wenn jemand, zwar aus mir unerfindlichen Gründen, aber wie dem auch sei, beispielsweise in grün gekleidet ebensolches bei den Werder-Spielen täte.
Soweit verständlich?
Nicken.
Okay, jetzt solle sie sich doch bitteschön einen, sagen wir mal, waschechten  Rosenheimer vorstellen, der in der Unterwäsche seiner Frau vor der Glotze hocke und die Spieler von Schachtjor Donezk anfeuere und mir vorwerfe, mein Verhalten sei nicht normal.
"Ahhh, verstehe", nuschelte sie mir zu, "das kannst du nicht tolerieren, hmmmm, interessanter Denkansatz."
"Nicht nur, dass ich das nicht toleriere...ICH kann, so wie ich bin, ins Stadion gehen...noch´n Toast?"

Donnerstag, 21. Juli 2011

Heiabubu

Ich hatte mal ´ne Freundin, die hiess Wolf. Gottseidank nur mit Familiennamen, da hat sie unheimliches Glück gehabt, finde ich. Eines Abends, als sie schon im Bett lag, ging ich zu ihr und fragte :" Aber Grossmutter, warum hast du denn so grosse Ohren?"
Dank dieses märchenhaften Einstiegs können wir uns nun den tatsächlich wichtigen Dingen im Leben widmen, als da wären : meine Schlafstörungen, aber ums gleich vorweg zu nehmen - ich störe wirklich gerne die Leute bei ihrem Schlaf. Wo soll da das Problem sein? Experten - und nur von solchen bin ich ja umgeben- vermuten einen ungelösten Vater-Sohn-Konflikt hinter meinem auffälligen Verhalten; das kann getrost als absoluter Quatsch bezeichnet werden, habe ich doch ein ziemlich gutes Verhältnis zu meinem Vater ; mittlerweile duzen wir uns sogar schon wieder.
Ich selbst schlafe sehr gut und tief, wenn auch nur sehr kurz, daher nehme ich die wöchentliche Zugfahrt nach Wien gerne zum Anlass, mal etwas länger zu dösen. Nun, was soll ich sagen - Budapest ist eine sehr schöne Stadt...

Sonntag, 22. Mai 2011

Highlights der Woche

Wissenschaften.
Bei einer streng unwissenschaftlichen Studie unter meiner semiprofessionellen Leitung wurde unlängst festgestellt, dass mit dem körperlichen Verfall bei Frauen über 20 auch der geistige einhergeht. Ein Ceran-Feld darf man nicht mit Ako-Pads säubern, das weiss ja selbst ich, der die Küche nur zum Kaffeeholen ansteuert.

Golf.
Golfplatzbetreiber mit 6er Eisen über sein zu betreibendes Terrain gejagt. Sportarten für impotente Porschefahrer sind irgendwie nicht mein Ding. Hab auch was gegen karierte Hosen.

Hotel.
Einem Gast die Tür aufgehalten. 50 Cent Trinkgeld bekommen. Denke drüber nach, eine Automatiktür einzubauen, die sich nur nach Einwurf von mindestens 1 € öffnet.

Nochmal Hotel.
Gast zu unserem Nachtportier: "Könnte ich bitte ein zweites Kissen für meine Frau haben?"
Nachtportier: "Tut mir leid, Tauschgeschäfte machen wir nicht."
Mit Nachtportier abgeklatscht.

Fussball.
Nachdem ich MSV gegen Schalke gesehen habe, weiss ich wieder, warum ich Frauenfussball nicht mag.

Morgen.
Gehört morgen noch zu dieser Woche? Wenn nicht, ändert euch bitte die Überschrift selbst ab.
Morgen fahr ich nach Wien.
Quatsch.
Heute fahr ich nach Wien.
Montag fliege ich nach Valencia.
Dienstag zurück nach Innsbruck.
Mir dünkt, ich bin ein Globetrotter.

Samstag, 5. Februar 2011

Lachen mit ViaE

Ein Witz zur rechten Zeit, so er nicht das Niveau eines von Mario Barth geschriebenen oder performten hat, belebt Geist und Seele, schafft oder vertieft neue Freundschaften, hebt die Stimmung und wirkt Wunder gegen Langeweile. Dacht ich mir auch, also nix wie rein in die Kneipe und sich zu einem Rudel Grüngewandeter gesellt.
Das sind Anhänger von Rapid Wien. Rapid ist sowas wie St.Pauli in Hamburg, fussballtechnisch gesehn - da geht das einfache Volk hin, man säuft Bier aus Pappbechern statt Prosecco und wo der Club steht, ist eigentlich allen wurscht.
Ich spreche die ganze Zeit Englisch, will ja nicht als Piefke geoutet werden - gelegentlich hau ich ein paar Fetzen Wienerisch raus; man muss dem gemeinen Volk  ja schliesslich zeigen, wie integrationswillig man ist.
Nach mehrere Lagen  Gerstensaft und Hochprozentigem steig ich komplett auf Deutsch um, was zu dem Zeitpunkt eh keiner mehr merkt. Ich frage höflich, aber bestimmt, ob ich denn nicht mal einen Witz erzählen solle und ob der allgemeinen Zustimmung tu ichs auch:
Also...*räusper*... der Faymann (österr. Bundeskanzler, SPÖ, Anm. d.Verf.) fällt kurz vor der Wahl ins Koma und wacht erst nach einem Jahr wieder auf. Der Arzt setzt sich zu ihm und sagt: Herr Faymann, ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie, welche wollen´s zuerst hören?
Sagt der Faymann: Na, die schlechte, bitte.
Okay, also der Strache (Vorsitzender der rechtsextremen FPÖ, Anm. d. Verf.) ist Bundeskanzler.
Ogott, sagt der Faymann, und die gute?
Rapid Wien ist Deutscher Meister!


Mahahaha, und morgen test ich mal, ob man in der Hofreitschule auch Hausverbot kriegt, wenn man Pferdemetzgerwitze erzählt.

Dienstag, 1. Februar 2011

Holz unter der Hütten

Marginale Unterschiede in der Charakterbildung können bisweilen auch negative Folgen haben - loben einige Menschen die geschmackvolle Einrichtung, sobald sie erstmalig eine fremde Wohnung betreten, moser ich doch eher an allem rum, z.B. dem schlecht verlegten, abgenutzten und ranzig aussehendem Parkettboden.
Mir lag weder an der Dame, noch an ihrer Behausung etwas und so dachte ich, ungestört meine miese Laune austoben zu können. Falsch gedacht. Nach etwa zwei Minuten fand ich mich in den Keller gezerrt wieder, wo ein paar Planken, Werkzeug und Kleber auf ihren Einsatz hingammelten.
Nun hat sie ein makelloses Parkett und ich eine geschwollene Hand, weil nämlich der Hammer nicht so wollte wie ich und statt des Holzes suchte er sich meine Fingerknöchel als Ziel, der Hund, der elendige.
Es wird, glaube ich, mal Zeit, mir gute Manieren zuzulegen...oder besser aufzupassen bei dem, was ich so tue.
Schmerzhafte Erfahrungen sollen ja bekanntlich die wirksamsten sein, wie sicherlich auch der junge Mann osteuropäischer Herkunft, der mich anschliessend vorm Bahnhof um eine Zigarette anging, bestätigen kann. Nicht dass ich geizig wäre, aber der Ton sollte doch bitteschön auch in Polnisch die Musik machen, meinetwegen auch Polka. Sich jedoch vor mir aufzubauen, was sicherlich recht lächerlich ausgesehen haben mag, bei etwa einssiebzig Körpergrösse und "Warum nicht, Arschloch" auf meine ablehnende Bescheidung des Anliegens zu erwidern, kann böse Folgen für die körperliche Unversehrtheit nach sich ziehen, vor allem, wenn man nicht einschätzen kann, wann´s genug ist. Das ist in der Regel der Fall, wenn mich jemand unaufgefordert agressiv an der Schulter zu packen versucht...

Wie sagte schon Roger Hodgson:

You´re old enough
the people say
to read the signs
and walk away...

Samstag, 29. Januar 2011

Ein Leben für die Literatur

Man sagt mir nach, ich sei schokolade- und tobsüchtig. Das ist nur bedingt richtig; in erster Linie bin ich wohl literatursüchtig. Ich sei, geht die Mär, als Kind in die Buchstabensuppe gefallen.
Für die Umwelt, also meine nähere jetzt, bedeutet dass Stress, und zwar nicht zu knapp, wie man erst heute wieder am Nervenzusammenbruch der studentischen Hilfskraft in der hiesigen Bibliothek beobachten konnte.
Doch ich will nicht vorgreifen, alles schön der Reihe nach.
Mit noch ein wenig Restblut im Alkohol war die Nacht sehr schnell vorbei, grad erst hatte ich mich auf dem Heimweg noch über die zahlreichen Wiener Kraftfahrzeuge mit Wuppertaler Kennzeichen gewundert, da drohte der mit unglaublich schlecht sitzender Uniform verkleidete Rezeptionist auch schon mit  baldiger Auflösung des Frühstücksbüffets, welches im Preis, dem günstigen, von Jefe gesponsorten, enthalten ist und somit nicht versäumt werden darf, gibt es dort doch Schoko-Flakes, die mir und anderen frühmorgendliche Tobsuchtsanfälle ersparen.
"All you can eat" heisst das Motto, wobei Inneneinrichtungsgegenstände davon ausdrücklich ausgenommen sind, wie man einem auf Kyrillisch gehaltenen Schild entnehmen kann.
Mit zunehmendem Alter wird die Morgentoilette, damit man einigermassen hübsch aussieht, immer zeitaufwändiger, aber wem erzähl ich das. Nach 2 Minuten bin ich fertig und nehme Kurs auf die Bücherei, um zwecks Recherche dort Archiviertes  meiner kritischen Beäugung auszusetzen.
In Poesie sei ich ja nicht ganz so bewandert, wie mir oft merkwürdig hüstelnd bescheinigt wird und so schnapp ich mir ein pickeliges Exemplar Personal und lasse mich zu Oscar Wilde führen, mir sein Lebenswerk kurz umreissen, um nach Abschluss der Ausführungen dem Bengel auf die Schulter zu klopfen und augenzwinkernd, um nicht zu sagen verschwörerisch ein "Unter uns, so erfolgreich wie seine Schwester Kim war der aber nicht, oder? Hat ja auch nicht solche Möps- äh, Sie wissen schon gehabt, nech?" vernehmen zu lassen.
Achselzuckend und augenrollend schlich er von dannen , unser juveniler Aushilfsbibliothekar, ich ihm unauffällig folgend. Als er sich in Sicherheit wähnte, sprach ich ihn erneut aus dem Hinterhalt an: "Sahngsema, hammse auch was von James Blunt?"
"Das ist, werter Herr, ein Popmusiker."
"Achso, janee, Plant, meinte ich...und der heisst auch nicht James, sondern Robert..."
Kurzgefasst könnte man sagen, ihm war das relativ unangenehm, als er herausfand, wer selbiger ist bzw. war, hatte die Katalogrecherche doch einige Zeit in Anspruch genommen und auch Schaulustige angezogen, die frotzelnd umherstanden.
Er sollte mehr Schokolade essen.
Das hilft.

(Ich hatte übrigens mal ´ne türkischstämmige Freundin, sie hiess Leila, aber ich hab sie nur Ke-Babsi genannt.
Fiel mir nur grad so ein, hat nix mit dem Beitrag zu tun)

Montag, 24. Januar 2011

Asylantrag

Ich bitte hiermit jedes halbwegs zivilisierte Land auf dieser Welt, meinen Asylantrag wohlwollend zu begutachten und mir selbiges zu gewähren.
Es ist, wie soll ich´s moderat ausdrücken, ein Kreuz mit den Ösis. Sowas von empfindlich.
Gestern wurde mir Gemeinheit unterstellt - und das nur, weil ich jemandem lückenlos nachgewiesen habe, dass A.H. doch Österreicher, Mozart dagegen keiner war. Dös war a Gaudi...
Pfff, ich und gemein - gemein ist´s, wenn ich eine Fussballreportage anfertige und schreibe, dass der
FC Parkinson sich auch diesmal wieder zum Sieg zittern musste.
Oder?

Montag, 10. Januar 2011

Silvester mit Lolek und Bolek

Ansonsten die Zuverlässigkeit in Person (Originalzitat einer  damals von mir finanziell und emotinal abhängigen Dame), kann ich momentan leider den versprochenen Romanauszug nicht publizieren. Nicht etwa Faulheit gebe ich als Grund an, wenngleich die letzten Tage des Horrorjahres 2010 alles Andere als  unanstrengend bezeichnet werden können.
Weihnachten ist irgendwie völlig an mir vorbei gegangen -ein paar liebe Personen haben was von mir bekommen, die Retourkutsche hat ihren Weg allerdings noch nicht zu mir gefunden, wahrscheinlich vergaloppiert.
Silvester schliesslich war ich in Prag, wo erfrischende Diskussionen zum Thema Ethik in der Arbeitswelt stattfanden. Ich traf mich dort mit einem polnischen Pfarrer, einem Menschen also, der einem gleich doppelt suspekt sein sollte: man mag ihm weder seine Kinder, noch seine Autoschlüssel anvertrauen. Und doch gabs herzerfrischende Gespräche, die wieder mal zeigten, wieso der mir scheinbar angeborene Zweifel hinsichtlich theologischen Gedankenguts durchaus seine Berechtigung zu haben scheint.
Männer in Frauenkleidern sollten in Filmkomödien mitspielen oder auf dem CSD rumtanzen, alles Andere lieber Fachleuten und ambitionierten Freizeitpsychopathen wie mir überlassen.
Und nun darf sich Wien wieder meiner ganzen Aufmerksamkeit sowie entrepreneuristischen (ich kenne Worte, wa?) Gier erfreuen.
Demnächst mehr, maybe.

Freitag, 7. Januar 2011

Wien vs. Tokio

Mika meint ja, die Japaner wären komisch...tsss.
Hier in Wien gibt´s ´ne Tram, die fährt zum Zentralfriedhof, Tor 3.
Da liegt der Zonk. Begraben.

Letztens hab ich den Mexikoplatz gefunden. Is´ ja nu nix Besonderes, dass man Plätze oder Strassen nach anderen Ländern  benennt - aber die Begründung, die man auf einer Art Gedenktafel findet:

"...blablabla, weil Mexiko als einziger Staat 1938 im Völkerrat gegen die "Annektierung" Österreichs protestiert hat...blablablubber..."

Einen Österreichplatz hab ich übrigens nicht gefunden...

Freitag, 17. Dezember 2010

Doswidanja

Man sollte sich, weilt man in einem fremden Land, nur an den höchsten, heimischen Stellen - in diesem, meinem Fall also der Deutschen Botschaft- über diskriminierendes Verhalten der Eingeborenen  beschweren.
Eiseskälte ( -8 Grad) und andauernder Schneefall sind für einen altersmässig fortgeschrittenen Herrn wie mich durchaus Reklamationsgründe, besonders, wenn aufgrund der Wetter- und nicht ausgeführter Räumungsverhältnisse 3 Stürze an einem einzigen Morgen die verkalkten Knochen auf Belastbarkeit prüfen.
Kommt erschwerend hinzu, dass sich Jugendliche, eine Wolke von Clerasil verströmend, darüber belustigen, ist das Mass voll, der Schnee abgeklopft und der Weg zur Strassenreinigung vorprogrammiert. Strassenreiniger sind kernige Menschen, lachen einem herzhaft ins Gesicht und brabbeln was von "Piefke, dösiger".
Wollte ich eh grad eine Änderung in meinem Pass herbeiführen, nutzte ich die Gelegenheit gleich, um meinen Unmut zu äussern und somit für alle Leidens- und Bundesgenossen eine Abschaffung der katastrophalen Umstände herbeizuführen.
Die Deutsche Botschaft in Wien ist ein riesiger Bau...an dessen Hinterseite man einzeln eintreten darf, nach Waffen, Kommunikationsgeräten und subversiven Gedanken durchleuchtet wird, um nach nur etwa zweistündiger Wartezeit in der Kälte nicht etwa zum Botschafter, nein, zu einer Angestellten vorzukommen, die ihrer Inkompetenz durch heftiges Achselzucken Ausdruck verleiht.
So monologisiere ich 10 Minuten, lasse meinen Pass nach Entrichtung einer satten Gebühr (so´n Riesen-Schuppen kostet ja schliesslich) ändern und ziehe unbefriedigt von dannen.
Gegenüber befindet sich die russische Botschaft, wo die Leute ein und aus gehen, den Pförtner freundlich grüssen und ihre Anliegen beschieden bekommen.
Ob Gazprom noch ´nen Job für mich hat? Immerhin bin ich Schalker und besitze somit beste Voraussetzungen für eine schnelle Einbürgerung...