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Mittwoch, 3. Oktober 2012

Einheitsbrei

Als es anfing, feste Konturen anzunehmen, war ich grad in Paraguay und wie ich so den Fernseher einschalte, da seh ich doch Leute auf der Berliner Mauer rumturnen, Trabbis, vollbesetzt mit glücksstrahlenden Menschen, denen grösstenteils Wildfremde Bananen und Schokolade verabreichen.
In bedenklichen Dosen, aber  das mal nur so nebenbei.
Ich bat meinen Cousin zu übersetzen, denn irgendwie mochte ich noch nicht so recht daran glauben, grad nicht veräppelt zu werden. Sein Erstaunen war noch sehr viel grösser, war er doch schon 15 Jahre weg aus Deutschland und die Vorgänge dort wurden in paraguayanischen Medien bestenfalls am Rande erwähnt.

Er bestätigte: Die Mauer war offen!
Anruf in Deutschland: Ja, es stimmt, hier ist die Hölle los. Zehntausende, wenn nicht gar noch mehr, reisten ungehindert in den Westen.

Wir stiessen mit einem lamapisseähnlichen Gebräu an und umarmten uns.

Das war am 09. November 1989 und knapp ein Jahr später, an ebenjenem 03. Oktober 1990, vollzog sich die von uns lapidar "Wiedervereinigung" genannte Zusammenführung und bescherte uns einen Feiertagstausch. Und jede Menge Ärger.
Jedem, der schonmal Fliegen mit einem Volkswirtschaftslehre-Buch erschlagen hatte, musste klar sein, wie sehr eine Angleichung der Lebensumstände auf beiden Seiten zu erheblichen Verlusten führen würde.
Hüben wie vormals drüben.
Ganoven aus dem Westen machten sich auf ins neue El Dorado, liessen sich Bier für 65 Pfennig schmecken und zockten nebenbei jeden ab, der nicht bei drei in seiner Platte war, die alten und auch nicht ganz so alten Kader dort sicherten sich Pöstchen und verarschten die Treuhand.
Ein Hauen und Stechen, bis am Ende in West und Ost die Verlierer feststanden.

Statt blühender Landschaften gab´s verwundete Seelen, verlorene Arbeitsplätze und derart bodenlose Fässer zu stopfen, wie sich das wohl  niemand vorher ausgemalt hätte

Heute, genau 22 Jahre später, darf feiern, wem danach zumute ist, wobei mir spontan Chanel tragende Linke in den Sinn kommen, denen die Wende gutbezahlte Abgeordnetensitze eingebracht hat, für die sie nichts weiter tun müssen, als ein bisschen zu lamentieren, Spekulanten, grosse Firmen und ähnliches Geschmeiss, das immer als Erster da ist, wenn`s irgendwo Leichen zu fleddern gibt.
Die Kanzlerin natürlich auch. Gauck. Und noch ein paar mehr von denen, die die Gunst der historischen Stunde nutzen konnten.

Auf der negativen Seite verbuchen wir die hohe Arbeitslosigkeit, der die Agenda 2010 und somit die Hartz-Gesetze folgten, die durch Frankreich und England nunmehr forcierte und völlig übereilte Einführung des Euro mit seinen heute mehr als  zuvor sichtbaren Auswirkungen.
Nicht zu vergessen die Menschen, die da wie dort durchs Raster fielen und das immer noch tun.

Ich denke, es fällt schwer, sich zu freuen, dass man zwar jetzt nach Malle oder Hawaii fliegen könnte, aber leider kein Geld dafür hat und dass die Merzedesse nicht auf Plantagen wachsen, wo sie nur darauf warten, gepflückt zu werden...nunja, diesem Irrglauben sind schon ganz Andere aufgesessen.

Es gibt noch viel zu tun, auch und gerade 22 Jahre danach und ich wünsche mir, dass mein Text zum 30. Jahrestag anders ausfallen möge.

Samstag, 7. Juli 2012

Jetzt gibt´s Mecker

Der lieblichen Tradition folgend, meinem bescheidenen Wesen und seinen Aussagen mehr Geltung zu verschaffen, möchte ich heute ein wenig über den Menschen als solchen referieren und da ich grad aus selbiger komme, reden wir ein bisschen über die Wirtschaft.

Noch mehr solcher Brüllerwitze gibt´s, wenn ihr jetzt nicht wegklickt, brav meinen Gedankengängen folgt und ein wenig in euch geht, wo ihr eh viel besser aufgehoben seid, als da, wo ihr euch jetzt rumtreibt.
Anschliessend dürft ihr mich mit faulem Obst, Eiern oder Bügeleisen bewerfen, je nach persönlichem Gusto und Verfügbarkeit.

Solange ich lebe, hört man den Ruf nach einem Systemwechsel.
Früher war´s leicht, da konnte man die Rufer zumindest verbal gen Osten verbannen. "Hau doch ab zum Russen!" war ein gar geflügelt Wort, dem jedoch niemand nachkam, weil so dolle war´s da bei näherer Betrachtung ja nun doch wieder nicht und so verblieben die zumeist tiefrot gefärbten Revoluzzer im verhassten System, wo sie es sich gemütlich machten und den Staat, den ungeliebten, auf die eine oder andere Art ausnahmen.
Aussenminister zu sein, war plötzlich nicht mehr bäh, Europa-Abgeordneter und Verleger schonmal gar nicht. Als Sozialkundelehrer brachte man seine 5 Riesen nach Hause.
Das System war immer noch scheisse und an allem schuld, nur liess es sich jetzt viel besser ertragen.

Das war damals, wir hatten anfänglich eine soziale Marktwirtschaft, später nur noch Marktwirtschaft und jetzt nur noch Markt. Jahrmarkt, um genau zu sein.
Jeder mosert, jeder hat ´ne Meinung über Angelegenheiten, von denen er ungefähr soviel versteht wie ich vom Stricken.
Allein - Lösungen bietet keiner an, mal abgesehen von ein paar Abgespaceten, die glauben, so ein geistiger Dünnpfiff wie etwa das Bandbreitenmodell sei brauchbar. Motto: Hochmut kommt vor dem Durchfall.

Was aber ist denn eigentlich das "System", wer sind diese ominösen "Märkte", die uns angeblich oder tatsächlich in den Würgegriff genommen haben und wie die Zitronen auspressen?

Nun, es sind Menschen, Menschen wie du und ich, die bösen eher wie du, die guten eher wie ich, haha.
Ein System per se ist nicht gut oder schlecht, es bevorteilt immer eine Gruppe und benachteiligt logischerweise die andere. Gleicht man die Nachteile aus, ist alles im Lot und allen geht´s einigermassen gut.
Der Mensch zeichnet für diese Ausgestaltung verantwortlich  und da liegt der Hund begraben:
Etwa 5 % der Menschheit ist kriminell veranlagt, die restlichen 95 werden´s, wenn man ihnen die Gelegenheit dazu gibt oder sie so in dubiose Machenschaften einbindet, dass sie entweder gar nicht anders können oder einfach der Macht des Bösen erliegen.

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to be continued...weil issen weites Feld, ´n Acker quasi, von welchem ich mich jetzt erstmal mache.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Spieglein, Spieglein...


Obiger Schnappschuss entstand rein zufällig aus unserem Auto heraus, als Luisa und ich relativ spontan unseren Abreisezeitpunkt aus Klagenfurt vorverlegen mussten, da meine Verhandlungen mit den dortigen Honoratioren geringfügig anders verliefen, als von mir geplant.
Der daraus resultierende Zeitgewinn gab mir hingegen die Gelegenheit, nochmals über die alles in allem recht unglücklich verlaufene EM nachzudenken.

Schlussendlich gelange ich zu dem Resultat, dass neben katasrophaler Aufstellung auch die mangelnde Autorität Jogi Löws nicht unwesentlich dazu beigetragen haben könnte.
Folgen die Spieler deinen Befehlen als Trainer nicht, bist du verloren.
In meiner Zeit als Übungsleiter konnte ich sehr gut feststellen, wie wichtig es ist, dass deine Anweisungen beherzigt werden.
"Männer", so sprach ich, "Männer, 48 Stunden vor dem Spiel keinen Sex, verstanden?"
Sie nickten einhellig und siehe da: schon im darauffolgenden Jahr wurden wir F-Jugendmeister.
Tja, gewusst wie.

Das dürfte, so es allein nach mir ginge, was es aber wie immer nicht tut, auch als Motto über dem nun folgenden Absatz stehen, in dem es, jedenfalls vordergründig, um den Versuch geht, mir eine dezent adipöse Mittdreissigerin vom Leib zu halten, die es sich in den Kopf gesetzt zu haben schien, mich von veganer Lebens- und Essenskultur zu überzeugen. Erfolglos, wie hoffentlich nicht extra betont werden muss.

Bin ich eigentlich - und diese Frage sollte doch mal ernsthaft diskutiert werden- der Einzige, dem auffällt, dass Menschen, die vorgeben, sich besonders gesund zu ernähren, immer picklige Haut haben und auch sonst eher scheisse, denn vital aussehen?
Und dann dieses Mitleidsgetue...hat der Löwe vielleicht ein schlechtes Gewissen, wenn er ´ne Gazelle reisst?
Mit eben dieser Frage hatte sich das Gespräch mit der Adipösen dann auch schnell erledigt, als nächsten Schachzug hätt ich noch ´nen Spiegel in petto gehabt...

Samstag, 22. Oktober 2011

Ehrlich gärt am längsten

Es ist ja so ein Kreuz mit der Piefigkeit, die mich neuerdings immer wieder heimtückisch überfällt. Jedoch kann ich denjenigen, die sich daran stören versichern, dass ich mir durch eine überaus geschickte Finanzmarktmanipulation ein Sparschwein der örtlichen Sparkasse für lau erschlichen habe, welches bei jedem  -und sei er noch so winzig- Anfall mit 20€ Scheinen gefüttert wird.
Der Wert der Porzellan-Sau - samt Inhalt natürlich- dürfte den eurer Automobile schon nach etwa nur 3 Tagen  bei weitem übersteigen.
Es sind die Zeiten, die schlimmen, die mir Sorgenfalten in die Hipophyse gravieren.
Europa geht den Bach runter, der Euro sowieso, in der Wüste werden Leute umgelegt, die ich lieber vor einem ordentlichen Gericht sähe und einer der beiden letztwöchentlich lädierten Finger ist tatsächlich gebrochen. Das wiederum würde mich nicht weiter beunruhigen, aber leider befindet er sich an der rechten Hand, sodass ich mir keine Schiene schnitzen konnte und ein Arztbesuch notwendig wurde. Leider habe ich ja kein FB-Account, folglich musste die überaus reizende Sprechstundenhilfe Schuhgrösse, sexuelle Vorlieben und den Geburtsnamen meiner Urgrossmutter väterlicherseits anhand der Versichertenkarte feststellen, was dauern kann; da muss man schonmal etwas Geduld zeigen. Die Zeit vertrieb ich mir mit dem Studium diverslicher Presseerzeugnisse.
Hätt ich nicht machen sollen.
Zwar weiss ich nun, welche Aktrice mit wem pennt, wenn sie grad nicht aktriert, aber -und das ist die alarmierende Nachricht- ich wurde zunächst eher unbewusst, später gezielt suchend, eines Phänomens gewahr, nämlich der offensichtlichen Verbrüderung der Parteien und Gruppierungen der verschiedensten, sonst eher auf Abgrenzung bedachten politischen Strömungen.
Rechts und links befleissigen sich des selben Tones, wenn es um die just anstehenden Probleme geht, prügeln unisono auf  USA, NATO, Banken, Global Player und was da sonst noch kreucht und fleucht ein und haben plötzlich im vormals durch-, jetzt eher abgeknallten lybischen Staatschef  einen Märtyrer im Kampf gegen den Imperialismus gesucht und gefunden. Philosophen jeglicher Couleur schiessen wie Hallimarsche aus dem feuchten Herbstboden und mahnen den Bürger der westlichen Hemisphäre, doch gefälligst Zelt und Campingkocher zur EZB oder ersatzweise anderen kriminellen Instituten zu wuppen und dort verbleiben, bis die Probleme dort durch heftigstes Aussitzen und Skandieren demokratiefreundlicher Parolen, die selbstverständlich nur so klingen, in Wirklichkeit aber die ganze Verlogenheit der Initiatoren reflektieren, sich in Luft auflösen.
Warum  nur kommt mir da sofort der Begriff  "Marionetten" in den Sinn? Warum muss ich an Pinocchio denken? Warum wächst dem Holzwichtel der Zinken und nicht dem  Puppenspieler?
Und warum können nicht alle so sein wie ich, der immer, wenn er von einer schönen jungen Frau nach seinem Beruf gefragt wird,  wahrheitsgemäss "Pilot. Kampfjet!" antwortet?

Donnerstag, 13. Oktober 2011

THE DAY WE (ALMOST) OCCUPIED WALL STREET


Man kann mir ja vieles vorwerfen, aber nicht, dass ich nicht jeden Scheiss mitmachen würde. Gestern war ich sogar mal wieder Vorreiter und Initiator einer Aktion, die wohl unter obiger Überschrift in die Analen und Geschichtsbücher eingehen wird. Obwohl ich weder 7Sterne-Weinbrand, noch Knoblauch-Gurken-Quark aus hellenischer Produktion konsumiere, Alexis Sorbas für einen der schlechtesten jemals gedrehten Filme halte und mir darüberhinaus furchtbar langweilig war, schlich ich zu Andrea, tackerte ihre Bluse unbemerkt an der Rückenlehne ihres Bürostuhls fest und rief: "Eine Maus, da ist eine Maus!" Sie sprang auf, liess die herbeigeeilten Kollegen einen Blick auf ihren nunmehr freiliegenden Push-Up werfen und verfolgte mich durchs halbe Hotel. Wohlweislich bin ich der Einzige, dessen Generalschlüssel alle Türen öffnet, so fanden wir uns, sie auf der Ost-, ich auf der Westseite, wie´s sich für´n ordentliches Kapitalistenschwein gehört, an der Tür zum Server-Raum wieder, sie ausgelaugt und zeternd, wie`s sich...äh, ok, lassen wir das.
"Zieh dich ma ordentlich an, dann fahrn wa inne Stadt", schrie ich, ein Friedensangebot auf hinterhältigste Art und Weise vortäuschend, durchs Holz. Derlei Gelegenheiten sind selten, also nahm sie die wenn auch nur vage vorhandene Chance wahr, den eigenen Geldbeutel schonend zu neuer Konfektion oder sonstigem Firlefanz zu kommen.
"Nehmen wir den grossen Bayern oder den Allrad-Engländer? fragte sie und ohne auf eine Antwort zu warten, stürmte sie los, riss dem für Ver-, Be- und Entsorgemassnahmen eigentlich zuständigen Hausmeister die Schlüssel aus der Hand, streifte sich ein Polo-Shirt mit Hotelwerbung über und schon nahmen wir in der eleganten Limousine mit der 7 am Anfang der Typenbezeichnung Platz.. Eine Weile glitten wir quer durchs Tiroler Hinterland, bis plötzlich eine der geschätzten 3 Millionen Warnlampen ihre Farbe in kommunistenrot änderte. Kaum noch Sprit drin, in der Saukarre, der verfluchten, so bogen wir ab zur Tankstelle mit der Muschel, wo neben logischerweise bleifreiem Treibstoff, man weiss ja schliesslich, was man der Umwelt schuldet, auch Sckokoladenerzeugnisse aus Schweizer Manufakturen in die entsprechenden Vorratsbehälter wanderten.
Mjamm, frisch gestärkt setzten wir den Ausflug fort und erreichten schon bald die grosse, grosse Stadt, die schon mit all ihren Verlockungen nach uns gierte. Was aber wäre  ein Trip ins Paradies ohne Einkehr in die Speise- und Schankwirtschaft "Zum güldenen M", wo wir uns die Bäuche vollschlugen, natürlich nicht, ohne uns vorher die Geburtsurkunden der für uns dahingerafften Frikadellen gezeigt haben zu lassen.
"Nun denn, Mundschenk, weiss er das Geld aus Kunststoff zu schätzen?", was Mundschenk bejahte und 27,98 in den Datenübertragungskabeln verschwinden liess.
Gleich nebenan bewarb "Frollein 60" ein Schweisshemd, welches das stiefväterliche Saldo um satte -wir hatten ja grad gespeist- 39,90 erhöhte.
Es folgten:
2 Schlafsäcke für nur noch 168 € vom Outdoorspezialisten, der seine Überschüsse an den Konzern  abtreten darf, auf dessen Zentrale die 5 Buchstaben prangen, die anderorts das Vorhandensein von U- oder S-Bahn anzeigen
1 Chronograph eidgenössischer Herkunft, dessen Preis ich erfolgreich verdrängt habe
4 Kleidungsstücke von der Firma, deren Initialen auch für Hakan & Murat stehen könnten
Diverse Kleinteile vom Möbelschweden = 95,87
Abschliessend liessen wir uns noch auf den Ringplaneten beamen, wo es allerdings nicht zum Kauf des ursprünglich  ins Visier genommenen Spiels für eine japanische Konsole kam, weil meine Bankkarte in befristeten Hungerstreik trat.
Ein Geldinstitut musste her und so sollte Andrea ihr Apfeleiertelefon befragen, wo sich denn wohl die nächstgelegene Filiale befände. Derweil setzte ich mich ins Auto, schaltete das Radio ein und kurz vorm Wegschlummern kamen Nachrichten. Eine sonore Stimme kündete von Besetzungen der Wall Street, als Andrea ihr Köpfchen zum Fenster hereinstreckte und nur ein Wort sagte:"Mauerstrasse!"
Also wenn das kein Zeichen war. Was kommt da noch drüber? Blutende Wundmale an Händen und Füssen?
Flugs wühlte sich ein honoriger Gedanke durch meine Kleinhirnwindungen. Ich, nein, wir würden die Mauerstrasse besetzen und ein Signal für die freien Bürger der freien Welt setzen. Oder für Österreich.
Mit kurzem Verweis auf ihre Hüften und meinen Bizeps könnten wir´s als  eine Massendemonstration titulieren.
Ja.
"Los, fahr da sofort hin!", rief ich voller Enthusiasmus. Und wie sie fuhr. Emotionalisiert ob des Gedankens, ein Zeichen setzen zu können und wie dereinst Rosa Luxemburg mythenumrankt dahinscheiden zu können oder sich vor die Ketten eines Schützenpanzers werfen zu dürfen, gab sie ordentlich Gas, missachtete, welch ziviler Ungehorsam, mindestens 7 Verkehrsschilder, bevor ein schon älterer Polizist seine gichtige Hand per Kelle verlängerte und uns zu sich bat.
"Herr Brigadekommandeursgeneralleutnatmajoradjutant, wir müssen dringend in die Mauerstrasse, Revolution machen."
"Dies ist eine Einbahnstrasse, dies ist die Mauerstrasse. Sie dürfen hier nicht reinfahrn."
"Oooch Scheisse, Sie Spielverderber. Na dann eben nicht. Aber ein andermal. Ganz sicher."

Samstag, 8. Oktober 2011

Ein guter Mensch, wer Schlechtes dabei denkt

Eine der wohl schillerndsten und erfolgreichsten Unternehmer aller Zeiten ist tot. Man kann die Produkte von Apple lieben oder hassen, in Steve Jobs einen Guru oder Scharlatan sehen, seine Marketingstrategie verteufeln oder anbeten - unterm Strich bleibt, dass grad ein Mensch  nach langem Leiden mit nur 56 Jahren gestorben ist, der sicher, wie wir alle, nicht frei von Makel war, aber deshalb ganz sicher nicht jene nun überall auftauchenden Hasstiraden verdient.
Die Produkte seien scheisse, er habe in China unter unmenschlichsten Bedingungen fertigen lassen, einen Kult um sich und die Marke aufgebaut, sind noch die harmlosesten Äusserungen.
Wie gut, dass ich mich ja eh grad über sogenannte Politik-Blogs bei wordpress auslasse, bin ich doch dort fündig geworden auf der Suche nach jenen  Subjekten, die sich Moral auf die Fahne schreiben, hinterm Rücken jedoch den Wimpel der Verlogenheit heftigst schwenken.
Diesmal ist´s, wie könnte es auch anders sein, ein Linker. Erst wird im Artikel angeprangert, was die Tastatur hergibt, später in den Kommentaren dann erwähnt, selber die apfelgeschmückten Produkte zu verwenden, womit ja wohl zugegeben wird, den oben genannten und verurteilten Vorgehensweisen Vorschub geleistet zu haben.
Wie gut, dass das Internet nie vergisst, denn nach kurzer Recherche hab ich schon herausgefunden, dass der Blogbetreiber zwar in seiner Selbstbeschreibung über unabhängigen Bürgerjournalismus schwadroniert, der es nicht erlaube, Werbung auf  seinem Blog zu schalten, andererseits aber auf mehreren Plattformen und Blogs als Gastautor tippselt, die vor Reklame schier bersten.
Tja, mien Jung, wenn du den ersten Stein wirfst, solltest du dich eventuell vorher vergewissern, ob es nicht doch vielleicht ein Bumerang ist.
Könnte es sein, dass unsere Gesellschaft eher an solch selbstgerechten und doppelmoralischen Subjekten krankt denn an den paar (relativ gesehen)  Hanseln, die uns übern Tisch ziehen wollen?

Öffentlich verlink ich das nicht, wenn Interesse besteht oder ihr meiner Deutungsgabe misstraut, kann der Link per Mail oder Kommi erfragt werden.

Verweisen möcht ich allerdings auf jenen Post hier: http://spoonsandskies.wordpress.com/2011/10/07/trauer-vs-moralapostelei/ , wo sich auch ´ne hübsche diesbezügliche Aussage findet.

Freitag, 7. Oktober 2011

Postpubertäre Inkontinenz

Hab ich nicht. Will ich nicht. Wenn überhaupt, wird´s bei mir wohl eher präsenile, denn postpubertäre. Trotz- und alledem stösst man auf mein Blog, sofern man damit googelt. Tolle Wurst. Offenbar findet man auch aus anderen Quellen  hierher und jenen neu Hinzugekommenen sei ein kleiner Hinweis gegeben: Dies ist kein thematisches Blog. Zwar kommt es mitunter vor, dass ich mich - so wie grad momentan- zu politischen oder auch wirtschaftlichen Dingen äussere, das ist aber nicht Intention meines Geschreibsels.
Dieses Blog (wie die vorherigen 2 auch) dient der reinen Selbstbeweihräucherung.
Wenn ich behaupte, ich sei gross, athletisch, sehr vital mit ausgesprochenem Hang zu Extremsportarten, blond und blauäugig, hätte in 7 Ländern gelebt, die ganze Welt bereist und dabei 8 Sprachen gelernt, sei Geschäftsführer von 3 Hotelbetriebsgesellschaften mit mittlerweile mehreren hundert Angestellten, hätte mit 22 meine erste Firma gekauft, sei sehr belesen und unter Berücksichtigung allgemeiner Standards relativ gebildet und intelligent, informiere mich umfassend, soweit das meine
7Tagewoche bei 16 bis 18 täglichen Arbeitsstunden zuliesse, ist das natürlich gelogen.
 Daher findet man auch nirgendwo meinen tatsächlichen Namen, denn würde man den in eine der handelsüblichen Suchmaschinen eingeben, käme heraus, dass ich aussehe wie Danny DeVito, nichtmal richtig Deutsch kann und seit 30 Jahren arbeitsloser Bauhelfer bin, der sich seinen Tagesablauf vom Sendetermin der Daily Soaps diktieren lässt.
Ich hoffe, dem netten Emailschreiber damit ausreichend Auskunft über mich erteilt zu haben. Deine Worte haben mich quasi wachgerüttelt und ich werde mir jetzt endlich bewusst, was für ein niederträchtiges Wesen ich doch bin, indem ich mich erdreiste, so über andere Blogschreiberlinge herzuziehen, weil ich doch selber nur so ein armes Würstchen bin, das nichts im Leben auf die Reihe kriegt.
Ich danke dir. Ehrlich.
Nachdem das auch geklärt wäre, wende ich den Blick wieder auf den vorherigen Post bzw. die Kommentare auf denselben.
Zunächst sei bemerkt, dass nicht wordpress der Verfasser oder Urheber der erwähnten Blogs ist, sondern nur der Hoster (sagt man so, ihr Nerds?). Dort gibt es, wie bei einigen anderen auch, Top Blogs- und Top Postslisten, die von mir herangezogen wurden. Meines Wissens ist wordpress das grösste Portal seiner Art und die dort im oberen Bereich vermerkten Blogs haben Zugriffszahlen im Millionenbereich, daher haben sie in meinen Augen  schon eine gewisse öffenliche Aufmerksamkeit und Relevanz.
Wenn sich dort jemand postenderweise tummelt und ein paar Tausend Menschen das täglich mitverfolgen, kann ein negativer Einfluss zumindest nicht ausgeschlossen werden.
Es müssen meiner unbescheidenen Meinung nach schon ziemlich naive und gutgläubige Menschen sein, die dortigem UFO- und Hohle-Erde-Geschwafel anhängen und genau jene Spezies ist auch besonders anfällig für seltsam anmutende Ideologien. Diese Siriuskacke hat ja Sektencharakter und den Vorbetern wird blauäugig und kritiklos alles geglaubt. In deren "Hauptwerk" wird behauptet, wir stammten von Ausserirdischen ab, seien von Haus aus gut und liebevoll blablabla. Die Bösen aber, das seien die Illuminaten - und ratet mal...ja genau, das sind alles Juden. Die Rothschilds und Consorten. Jepp - und da schliesst sich der Kreis mit rechtsextremen Blogs und Verschwörungstheoretikern, die zudem im Blogroll verlinkt sind.
Man könnte es sich natürlich einfach machen und das alles nicht als politisch, sondern völlig bekloppt zu titulieren, allerdings würde man die davon ausgehende Gefahr verniedlichen oder gar negieren, was ich für falsch halte, denn der mündige Bürger, wie´s immer so schön heisst, existiert, wenn überhaupt, wohl eher als Minorität. Der Rest ist durchaus gewillt, derartigen Gut / Böse - Schemata zu folgen.
Ist doch sehr viel einfacher, als selbst Verantwortung zu übernehmen und sein eigenes Handeln mal kritisch zu hinterfragen.
Und wie sowas bei mir aussieht und weshalb ich mir rausnehme, über andere zu urteilen - das gibt´s demnächst.
Fast live.
Hier.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Lesen bildet

Die Erde ist hohl.
Jawoll.
Geahnt hab ich´s ja schon immer, war allerdings davon ausgegangen, dass es sich lediglich um einen nicht unerheblichen Teil ihrer Bevölkerung  dabei handelt - aber nein, nix da, gar nix drin, leere Hülle quasi und obendrein leben auch noch Menschen im Erdinneren. Jaaaaaa-ha, das hätte man jetzt so gar nicht vermutet, aber bei wordpress, unserem progressiven Blog-Hoster, wird man mal wieder eines Besseren belehrt. (Dummerweise find ich das jetzt grad nicht wieder, hätt´s sonst glatt verlinkt, echt gezz).
Nord- und Südpol und damit einhergehender Magnetismus entfallen übrigens auch ersatzlos. Wer also noch einen Kompass daheim hat, sollte versuchen, den möglichst schnell an irgendeinen Dusseligen zu verticken, weil wegen is ja nich und so.
Na gut, da habt ihr den Link http://siriusnetwork.wordpress.com/2011/09/28/die-erde-ist-hohl-videos/ .

Jeder Depp kann jeden Scheiss publizieren - was sollte mich also davon abhalten, ähnlich zu verfahren und mir mal meine Lieblinge, die sogenannten Politik-Blogs, vornehmen?
Was sind eigentlich Politik-Blogs und wieso habe ich keinen? Ist Politik nicht, was uns alle angeht? Geh ich nicht immer alle an? Meistens bösartig?
Wie bösartig ist es denn bitteschön, dem gemeinen Volk Dummheit zu unterstellen (was ich auch tue, so isses ja  nich, ne)?
Das gesamte politische Spektrum, von infra-rot bis kackbraun, tummelt sich auf Blogs und Webseiten und verkauft die Menschheit für blöde. Jeder dort weiss definitiv, warum alles so ist, wie es sich darstellt, was getan werden muss, um´s zu ändern und warum er damit kein Bein an die Erde kriegt - die Menschen sind es nämlich, die nicht rallen, worum´s geht, wie es richtig ginge  und wieso man das exklusiv und in Farbe nur bei ihrem Blog erfahren könne.
Nun, den werten Herrschaften sei geholfen, kann ich doch von mir behaupten, keiner Seite zugerechnet zu werden.
Der Mensch ist unwissend, weil die Zusammenhänge viel zu komplex sind, als dass sie sich jedem Einzelnen in all ihrer Klarheit erschliessen könnten. Der Eine hat nicht die nötige Auffassungsgabe, der Andere schlichtweg keine Lust, sich mit dem Weltgeschehen, was er seiner Meinung nach eh nicht beeinflussen kann , eingehender zu befassen. Es wird auf die da oben vertraut, obwohl Geschichte und Gegenwart wie riesige Warnschilder vor unserer Nase hängen. Irgendwer wird´s schon richten und wir hoffen, dabei nicht all zu schlecht weg zu kommen.
Viel schlimmer als genannter Menschenschlag sind jedoch die, die trotz eigener  weltanschauungsbedingter Verblendung dahergehen und den anderen weismachen wollen, sie hätten den Stein der Weisen gefunden, kleingehackt und könnten ihn nun in homöophatischen Dosen der Bevölkerung verhökern.
Jeder, der schon mal  ´nen Döner gegessen hat, erklärt sich zum Islamspezialisten und wer andere Anlageformen als das Sparbuch kennt, mutiert zum Finanzexperten.
Graustufen entfallen gänzlich, wir sehen nur schwarz und weiss, bunt oder gestreift oder gar kariert, nämlich meistens  klein-,  sind immer nur die Anderen. Sie geben sich gemässigt, sind aber im Kern, egal an welchem Ende der politischen Skala man sich befindet, radikal, denn nur damit kann man sich und seine Meinung verkaufen, sei´s, um tatsächliche wirtschaftkliche Ziele zu verfolgen, z.B. durch den Vertrieb des propagierten Magazins, oder die reine Selbstdarstellung und Profilierung, sprich die Eitelkeit befriedigt werden soll.
Mir wird ganz mulmig ums Herzelein ob solch geballter Unwissenheit, die sich hinter mehr oder weniger gelungenen Worthülsen verbirgt und den Lesenden verwirrter denn zuvor zurücklässt, denn für ihn stellt sich  nunmehr nicht mehr allein die Frage, ob Bild oder FAZ, sondern dazu noch Blog a, b, c, d...etcpp.
Meinungsvielfalt, wie so oft verkündet?
Oder doch  nur Weiterführung des Klassen- und Ideologienkampfs mit anderen Mitteln?
Blog statt Flugblatt.
Gute Nacht, Deutschland und der Rest der Welt.

(Wer sich übrigens fragt, warum ich den Dünnpfiff da oben voran gestellt habe - auf den ersten Blick könnte man denken, es handle sich um harmlose Spinner, liest man sich aber mal ein bisschen dort ein, stellt man sehr schnell fest, dass   deutlich rechtsradikal agitiert wird.)

Freitag, 16. September 2011

Holy Shit

Nun, da mir von erlauchter Seite  -Kritiker dürfen fortan ihre diesbezüglichen Kommentare direkt an den Dienstagshasser senden- Absolution in Sachen Intoleranz erteilt wurde, wende ich mich, obwohl ja eigentlich immer noch auf  angekündigte Beweise in Sachen False Flag / 9/11 wartend, der Kirche/den Kirchen/Religionen zu. Nicht die eine will ich über die andere erheben, nein, das findet man bei unserem Lieblingshoster zuhauf, sondern allen nur denkbaren Strömungen eins mit dem grossen Weihrauchschwenker verpassen.
Oft genug wird ja gefragt, woher denn Glaube/Religiosität/Irrglaube/FC Bayern-Fantum eigentlich käme.
Das soll meine Frage nicht sein, weiss ich doch, wie mir oft ein wenig kritelnd bescheinigt wird, auch hierauf, wie auf so vieles, was eigentlich niemanden interessiert, die Antwort:  Die Unwissenheit ist´s.
Spiritualität gleich welcher Coleur findet sich in jeder Kultur - egal, ob Götzen, Naturgötter oder eben ein einzelner Gott verehrt oder angebetet werden, letztendlich sind sie nur dazu da, unerklärbare Vorkommnisse oder Gegebenheiten in die Schuhe geschoben zu bekommen.
Schaue ich aus meinem Fenster, sehe ich einige ziemlich hohe Berge, was mir Gelegenheit gibt, diese meine kühne Behauptung ein wenig zu veranschaulichen. In jeder "Naturreligion", deren Anhänger sich aus Bergvölkern rekrutieren, wird ihm, dem Berg nämlich, mystische Bedeutung  und mindestens ein Gott mit dortigem Hauptwohnsitz zugemessen, was nicht weiter verwundert ob der Bedrohung, die von ihm ausgeht. Geröll- und Schneelawinen, Eiseskälte, plötzliche, schier unerklärliche Wetterumstürze, unbekannte, im Tal niemals zu sehende Raubtiere- all das und wahrscheinlich noch viel mehr führten zur Entstehung von bösen Dämonen, guten Geistern und dem Yeti, wahlweise auch Bigfoot in Nordamerika.
Man versuchte die Götter mit Essen, Schätzen oder gerne auch mal der ein oder anderen Jungfrau zu besänftigen.
Denen begegnet man übrigens immer wieder, fängt man erstmal an, sich mit Religionen zu beschäftigen. Sei´s die ihrem Jupp Hörner aufsetzende Maria oder jene, die auf den muslimischen Märtyrer im Paradies gleich in Kompaniestärke wartenden - Jungfern, soweit das theistisch geweitete Auge auch blickt.
Hmm, wie komme ich jetzt -schönes Bild übrigens- von den Jungfrauen wieder runter?
Ok, ich weiss schon - kann man getrost feststellen, dass der Mensch sehr gerne mal den Lauf der Dinge zu seinen Gunsten beeinflussen will, ihm aber in den meisten Fällen das Vermögen dazu fehlt, erfindet er sich Wesen, denen er zutraut, diese Fähigkeiten zu besitzen. D`accord?
Weil er aber im Lauf der Evolution auch ein wenig Gehirn-Jogging betrieb, konnte er sich immer mehr erklären und sah recht bald  diverse Götter als überflüssig an, was ihn zum Monotheismus trieb, der zeit- und opfersparenden Variante.
Damit sich zu den draussen in schwarzen Chrysler Voyager auf mich wartenden Herren mit schwarzen Sonnenbrillen nicht auch noch krummsäbeltragende gesellen, beschränke ich mich jetzt ein wenig auf die bei uns doch recht verbreitete Version, das Christentum nämlich.
Bis zur Geburt eines späteren Musical-Stars hatten sich nur wenige, insgesamt gesehen recht uncoole Glaubensgemeinschaften gebildet, die allesamt dem Verlangen nach Erklärung der Welt und seiner Bewohner nicht so recht nachkommen konnten oder wollten. Das sollte sich schlagartig ändern, erkannten doch  die bis dahin keinen Verleger findenden Märchenerzähler die Brisanz und Dynamik der Story eines bei 40 Grad durch die Wüste eiernden Kerls, der sich überdies zum Pazifismus bekannte und Wasser in beeindruckender Weise modifizieren konnte.

Jetzt mahnt mich aber ein Blick auf die Uhr, demnächst mein Bettchen anzusteuern. Überflüssig zu erwähnen, dass ich niemanden  bitten werde, im Schlaf über mich zu wachen (dafür habe ich eine Alarmanlage) und beim Frühstück, das ich Ungläubiger erst mittags einzunehmen pflege, danke ich niemandem, es auf meinen Tisch gebracht zu haben. Na okay, Andrea vielleicht, aber die hat  nichts wirklich Göttliches an sich.

Weiter geht´s demnächst, da ja noch der semigeniale Brückenschlag zu den bloggenden Vertretern jedweder Glaubens- und Unglaubensrichtung fehlt.
Daran soll´s nicht mangeln.

Samstag, 10. September 2011

Centrale Inkontinenz Agentur

Wie wir ja alle wissen, wird das gemeine UFO mit den getragenen Socken von Al Bundy angetrieben, der aber , das konnte man ja schliesslich gute 2 Jahrzehnte mitverfolgen, nur alle 3 Wochen seine Fusskleider wechselt. Daraus ergibt sich ein eklatanter Treibstoffmangel, sodass es gar nicht so viele ausserirdische Fluggeräte geben kann, wie durchs Netz geistern.
Nicht ohne Stolz kann ich hier und jetzt verkünden: Es ist mir gelungen, so ein Paar bei Ebay zu ersteigern, wir können unsere kleine Reise also fortführen.
Und während ihr es euch bequem macht, erzähl ich euch eine putzige Geschichte, die Geschichte von Fritze F. aus Wuppertal. Weil der Papst, trotz vorheriger Ankündigung, doch keine Boutique mit der Tochter von Lottogewinner Erwin Lindemann in der bergischen Metropole aufmachte, wurd´s Fritze F.  im fortgeschrittenen Alter von immerhin 24 arg fad und er beschloss, sein durch jahrelanges intensives Studium der Geheimdienste anhand von James-Bond-Filmen erworbenes Fachwissen in einem Blog der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Auslöser war, neben bereits angesprochener Langeweile, der 11.09.2001, wie er später freimütig in einem mit sich selbst geführten und für die Nachwelt akribisch aufgezeichneten Interview zugeben wird.
Neben seinem dreistündigen Architekturstudium, las er sich bei Wikidingens ein immenses Fachwissen in Statik, Sprengstofftechnik und Zionismus an. Dann stand für ihn fest: Die Centrale Inkontinenz Agentur, die sich erst kürzlich so umbenannt hatte, weil sie sich ob der gegen sie gerichteten Vorwürfe  ständig bepisste und lässig  ihren tatsächlichen dunklen Machenschaften nachging, hatte das World Trade Center in die Luft gejagt, damit der Herr Bush Nacktscanner an Flughäfen einrichten konnte, deren Bilder live ins Oval Office übertragen werden sollten. Oder in ein Land am Arsch der Welt einzureiten, um OBL zu jagen, der sich trotz Millionen-Offerte von Gillette weigerte, seinen Zottelbart abzunehmen. Oder er einfach grad Bock drauf hatte.
Das Pentagon  legten sie vorsichtshalber auch noch halbwegs in Schutt und Asche.

Fritze F. hält seine Version  übrigens für überaus intelligent und dem  immer wieder zitierten Mainstream für sowas von voraus, das glaubt man  gar nicht...


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In stillem Gedenken  an die über 3000 Opfer.
Ich wünsche ihren Angehörigen alle Kraft dieser Welt und derartigen "Autoren" wie Fritze F. ein wenig mehr Hirn. Vielleicht kann man sich das ja als App irgendwo runterladen.

Donnerstag, 8. September 2011

LUCY IN THE SKY WITH DIAMONDS

Ich halte, ums mal gleich vorneweg zu sagen und den Raum für diesbezügliche Spekulationen einzuengen, ca. 90 %, Tendenz steigend, der Menschheit für zu blöd, ein Loch in den Schnee zu pissen. Sollte mir jemals der Sinn nach einer Parteigründung mit nachfolgendem Wahlkampf in der Fussgängerzone stehen, werde ich wohl auf das lästige und zeitraubende Erstellen eines Wahlprogramms völlig verzichten und mich stattdessen darauf konzentrieren, die buntesten Luftballons zu verteilen - die 5-Prozent-Hürde werde ich locker-flockig überspringen wie dereinst Ed Moses die der Tartanbahnen dieser Welt.
Viele der an dieser eigentlich doch recht simplen Aufgabe - wir befinden uns gedanklich wieder beim Loch-in-den Schnee-pissen - ständig Scheiternden findet man im Impressum  von Zeitungen, Zeitschriften und seit einigen Jahren nun auch in Blogs. Der Rest befindet sich davor.
Man räumt ja in unseren Breiten der freien Meinungsäusserung  Zugeständnisse ein, wie sie anderswo kaum denkbar wären. Bayern fällt mir da spontan ein. Statt dieses hohe Gut angemessen zu verteidigen und sauber verfasste, gegebenenfalls einwandfrei recherchierte Posts in die Niederungen dieser unserer Welt abzulaichen, wird auf einem Niveau dahergeritten, das Boulevard-Journalismus in die Sphären Literatur- und Pulitzerpreis verdächtiger Exponate  vordringen lässt.
Ich möchte, um das mal ein bisschen zu verdeutlichen, euch auf eine kleine Blogreise mitnehmen, wobei die Destinationen, oh, ich Schelm, ich gewiefter, unbenannt sein werden, oder, ums anders auszudrücken:
No Link for this Bullshit!
Wie es sich für einen sorgfältig geplanten Ausflug geziemt, legen wir , also ich, ihr seid ja nur Trittbrettfahrer, zunächst das Fortbewegungsmittel fest: Ich hatte da an ein UFO gedacht. Drauf gekommen bin ich, als ich für unseren kleinen Trip einige Vorbesichtigungen der Lokalitäten vorgenommen habe. Habe ich Trottel bislang Unsummen für Taxi und öffentlichen Personennahverkehr ausgegeben oder mir auf meinem Mopfel  ´nen nassen Arsch geholt, zeigt uns das Web 2.0, wie Mann oder Frau von Welt sich heutzutage angemessen fortbewegt. Glaubt man den sich dort tummelnden und hobbyjournalistisch betätigenden Verkehrsplanern, sind sie nämlich mitten unter uns, die Raumfahrzeugführer aus fernen Galaxien. Leider habe ich auf dem Blog keine Möglichkeit gefunden, mir ´ne Zehnerkarte für den Grossraum Milchstrasse zu bestellen. Sicher nur ein Versehen des Betreibers. Aber Bücher kann man  immerhin ordern, wo Testmitfahrer über ihre Erfahrungen mit Service- und Bordpersonal berichten. Ich glaub allerdings, die schummeln da ein wenig, denn so ein toller Planet kann das nicht sein, wo die herkommen, hat man doch erst kürzlich ausgerechnet, dass es ca. 8 Milliarden Jahre dauern würde, um von dort hierher zu gelangen. Ich mein, ´ne 8 Milliarden Jahre alte Stewardess - da kann ich ja gleich mit der Lufthansa fliegen.

Wo nie und überhaupt gar niemals nicht geschummelt wird, sind, wir nähern uns der 2. Station, Verschwörungstheorien. Wie Pilze aus den Drogenlabors verarmter lebensunfähiger Biostudenten schiessen sie aus dem Boden und gedeihen virtuell im Web fröhlich vor sich hin, bevor sie von Dumpfbacken, die einen Champignon nicht von einem Atompilz unterscheiden können, verspeist und fortan als Verdauungsprodukt munter in der Natur und deren Bewohnern verteilt werden.
Ob JFK, Marylin Monroe, Kurt Cobain, 9/11, Chemtrails oder die Dorfbürgermeisterwahl in Büdelsdorf - Schuld haben die Juden. Hatten wa schomma, die Nummer, ist nicht so besonders gut ausgegangen für alle Beteiligten.
In satanistischen Zirkeln, die allesamt von den Rothschilds iniziiert und geleitet werden, hocken sie beisammen und denken sich aus, wie sie der Menschheit schaden und ihrem Vermögenszuwachs  nützen können.
Ja, das sind die wirklich Bösen, während wir, die Guten, unter ihnen zu leiden haben und wenn das auch durch nichts belegt werden kann, so verbreiten wir unsere Kunde trotzdem und unseren Kritikern werfen wir einfach vor, total un- oder gar falschinformiert zu sein, weil ja in keiner Fernseh- oder Zeitungsredaktion, die was auf sich hält, der Satan fehlen darf und seine Message aussendet.
Schaut man jedoch mal hinter die Kulissen, wer uns da eigentlich so vehement etwas einreden will, wogegen Grimm´s Märchen wahrlich Tatsachenberichte zu sein scheinen, erkennt man die wahre Absicht: Die guten, ehrenwerten Goldförderer und -händler sind´s, die mit Panikmache den grossen Reibach  erzielen wollen.
Weiss zufällig jemand, wie Gold gefördert wird? Wieviel Gewinnspanne zwischen  Goldgräber und Goldhändler liegen?

Aber weil mir vom UFO-Fliegen immer so schlecht wird, machen wir jetzt ein bisschen Pause.
Seien auch Sie demnächst wieder dabei, wenn es heisst : Unheimliche Begegnung der 2.0ten Art.

Mittwoch, 3. November 2010

Fundstück der Woche (ach, was sag ich, des Jahrhunderts)

Frisch entdeckt: Es gibt einen  
DEUTSCHEN VERBAND DER FREIDENKER.
Jahaaaa.
Allerdings drängt sich mir da eine Frage auf: Was, in drei Gottes Namen, verbindet die denn, wenn die alle so frei denken?

Antworten, wie immer, in einem versiegelten Kuvert, unter Angabe der Schuhgrösse Ihrer Schwiegermutter, in die Urne werfen.
Oder die Tonne, je nach Gusto!

Sonntag, 24. Oktober 2010

Heroes

Letztens war in einem Kommentar die Rede vom Selbstbild und warum wir´s nicht so gerne haben, wenn jemand uns selbiges stört oder gar zerstört.
Ich glaube, es steht ausser Frage, dass, sollten wir andere Personen danach fragen, wie sie uns denn sehen, leichte bis mittelschwere Abweichungen zu unserem eigenen Eindruck zu Tage kommen, auch abhängig von der Relation und unserem Verhalten gegenüber der befragten Person, will heissen: Bitte ich Andrea um eine Stellungnahme, wird die anders ausfallen, als die eines Angestellten, den ich entlassen habe; frage ich meinen Bruder, für den ich 15 Jahre lang den Bodyguard mimen durfte, unterscheidet sich das Ergebnis wahrscheinlich nicht unerheblich vom Urteil meiner Ex-Frau, die ich nach einem Jahr in die Wüste geschickt habe. Und gegen all dem steht mein Selbstbild.
Befinde ich mich irgendwo in der Mitte, der goldenen, kann ich eigentlich schon ganz zufrieden sein.
Herrscht soweit Konsens?
Wenn ja, können wir langsam, aber sicher zur  Überschrift kommen - Heroes- was, für die Nichtlateiner, übersetzt "Helden" heisst.
Helden, Vor- oder auch Leitbilder, Bruce Willis, Mahatma Ghandi oder auch Liesel Sabowski. Letztere war lange Jahre meine Nachbarin  und hat immer den Hausmeister zur Sau gemacht, wenn die Glühbirnen im Treppenhaus durchgebrannt waren.
Bruce Willis - kein echter Held, gildet also nicht.
Mahatma Ghandi - hat für seine Sache gewaltlos gekämpft und dafür Gefängnis, Erniedrigung und eine Menge Strapazen auf sich genommen. Ein echter Held, zweifellos.
Liesel Sabowski - na okay, vergesst´s.
Helden tun Dinge, die wir uns nicht trauen, wofür uns die Courage und gelegentlich auch die Möglichkeit fehlt, d´accord?
Das kann auch mal ein Kollege sein, der dem Chef ordentlich die Meinung geigt.
Jeder möchte gerne mal ein Held sein, und sei es nur für den Augenblick, einige bezahlen sogar mit ihrem Leben dafür, wie letztens ein Herr in der U-Bahn. Ich möchte ihm nicht zu nahe treten (zumal er jetzt 3m unter der Grasnarbe wohnt), aber das war kein Heldentum, sondern Dummheit, weil er seine eigenen Möglichkeiten nicht nur falsch ein-, sondern gar überschätzt hat. Im Irrglauben, ein bisschen "Dududu, das macht man nicht" brächte das gewünschte Ergebnis, hat er sich mit einer Gruppe gewaltbereiter Jugendlicher angelegt, um -was ihn ehrt- andere Jugendliche zu schützen. Er wurde totgeschlagen.
Was ich sagen will (falls das immer noch nicht klar ist): Um das Angemessene zu unternehmen, bedarf es nicht nur der eigenen Einschätzung unser selbst, sondern auch der Situation respektive des Gegners.
Allen wäre mehr geholfen gewesen, wenn er über Handy die Polizei verständigt oder sich mit mehreren Fahrgästen zusammen geschlossen hätte, was -ich meine letzteres- auch schon einigen Mut erfordert.
In diesem Sinne. Unternehmt etwas, aber passt auf, dass es das Richtige ist...es reicht nämlich schon, wenn ihr euch selbst als Helden fühlen könnt, was kümmert euch die Fremdwahrnehmung?
Sie kümmert ja auch nicht diejenigen, die gar nichts tun und einfach wegsehn.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Frauen...

20 % der Frauen geben an, bei Männern zuerst auf die Hände zu schauen

Mittwoch, 29. September 2010

Eine Welt ohne Frühstückskörbe

...ist ziemlich langweilig und trostlos, daher mach ich mich jetzt mal an die Auflösung der kleinen fiesen Fangfrage da unten, nicht ohne die Hoffnung zu begraben, danach einen noch nie dagewesenen Boom an verschickten Leckereien auszulösen.
Es sind sehr, sehr gute Gründe angeführt worden. Allerdings doch eher für das Motiv überhaupt wieder zu bloggen...mal von so ´nem Exil- Schweizer mit Migrationshintergrund abgesehen.
Dabei ist es viel einfacher, als man sich das denken mag: Ich werde  -hab das ja an anderer Stelle angekündigt-  ein Buch schreiben, das sich jedoch nicht mit derlei Thematik befassen wird, sondern ein stinknormaler Roman werden soll; der Plan dafür besteht schon ewig. 
Bei der Entwicklung der Charaktere  ist mir etwas aufgefallen, nämlich wie schwierig es doch immer wieder ist, nicht in Klischeevorstellungen zu verfallen. Als ich dann auch noch einen wirklich dermassen dürftigen, um nicht zu sagen miserablen Artikel in der Tageszeitung las, wo ein Personaler (weiss jetzt nichtmal mehr, ob der Personalberater, -manager, -rekruter oder sonstwas war) sich darüber ausliess, wie schwer es doch sei, geeignetes Menschenmaterial zu finden, stand´s fest.
Da ich eh schon wieder vorhatte zu bloggen, diesmal das Blog jedoch unter ein Motto stellen wollte, kam mir die an Genialität grenzende Erleuchtung: Das ist dein Thema - wieso sind Personaler so dumm, wieso sind Chefs so dumm und wieso ergibt sich der Grossteil der Menschheit widerstandslos den Mechanismen, die diese unsagbare Dummheit fördern.
Es -das Blog nämlich- wird viel von Arbeit handeln, denn sie ist es, die unser Leben bestimmt, unser Lebensstandard ist von ihr abhängig, unser Tagesrythmus sowieso und auch unser soziales Umfeld wird von ihr beeinflusst. Sie ist der Schlüssel zum ICH.
Das lasse ich jetzt mal so stehen, um mir noch Raum für viele schöne derbe Posts zu lassen.

Angefangen habe ich mit dem Post über diese unsäglichen Motivations-Leitfäden, die nun schon seit Jahrzehnten in Umlauf sind (und einige davon seit genau so langer Zeit in den Sachbuch-Bestseller-Listen), weil gleich mal zu Anfang klar gestellt werden sollte, was davon zu halten ist: nämlich rein gar nichts!
Pure Manipulation und Geldmacherei.
Warum, glaubt ihr, verkaufen die sich denn so gut? Nun, das ist ganz simpel: Die Menschen setzen Glück und Erfolg mit  Geldbesitz gleich. Es geht immer nur um Aufstieg und um noch mehr Kohle scheffeln.
Wenn dem so wäre, würden Kurt C., Janis J. und   auch Elvis P. wohl noch leben, oder?

Übrigens, wer Zweifel an meiner Kompetenz hegt, dem schicke ich gerne mal ein paar Eckdaten meines Lebens und lasse alle meine (Ex-) Angestellten die Blogadresse wissen und hier kommentieren.

Abschliessend (was, schon vorbei? *ooooh*) eine revolutionäre Neuigkeit:
Ihr dürft Themenvorschläge machen.
Nun, seid ihr gerührt?

Achja - nebenbei gibt´s natürlich auch ´n paar Stories, die  (auf den ersten Blick) rein gar nix damit zu tun haben.

Donnerstag, 23. September 2010

Tschaka

Solange Selbstbetrug strafrechtlich irrelevant ist und der dieses  Delikt Begehende juristisch dafür nicht belangt werden kann, darfst du auch weiterhin die Buchläden stürmen und  Lebenshilfe-Bücher besorgen, sie verschlingen und das dir darin Vorgeschriebene euphorisch in die Tat umsetzen.
Du hast den ersten Schritt zu einem besseren Menschsein erfolgreich absolviert und damit vielen Leuten geholfen: dem Verleger, dem Buchhändler und auch dem Autor, um nur einige exemplarisch zu nennen.
Nur dir selbst hast du leider einen Bärendienst erwiesen, wie du schon am nächsten Morgen vor dem heimischen Spiegel feststellen kannst, wo das Gelesene angewandt werden will.
Der Beste, Schönste, Erfolgreichste und Problembefreiteste sollst du laut Lektüre  fortan sein, doch du siehst genauso zerknittert wie gestern früh aus, dein regionaler Energieanbieter hätte  ganz gerne deinen diesbezüglichen Konsum bezahlt gesehen und vor der Tür träufelt noch immer ein 10 Jahre alter Golf Altöl  auf den Asphalt.
Das wird schon. Das braucht seine Zeit. Stand ja auch in dem Schmöker, oder?
(Eine genaue Zeitangabe fehlt zwar - es dürfte jedoch anzunehmen sein, der Autor meint so in etwa 1 Jahr, denn da wird er das nächste Buch unters Volk, das mit sich unzufriedene, werfen)
Und so  arbeitest du an dir und deiner Umwelt, rackerst unermüdlich für den Erfolg, dem vermeintlichen Schlüssel zum besseren Ich, um letztendlich doch nur Buch samt rosigen Zukunftsaussichten in die Ecke zu pfeffern (wo´s auch hingehört, also das Buch jetzt), während dein Leben im bisherigen Trott weiter vor sich hin dümpelt.
Neben den 40 Talern Kaufpreis hast du einige Illusionen verloren, beschliesst, dem Autor Kompetenz abzusprechen und fortan nur noch Comics zu lesen.
Oder Blogs.
Diesen hier beispielsweise.
Und die Moral von der Geschicht´?
Die gibt´s demnächst.
Hier.