Sonntag, 22. Juli 2012

I can be an asshole of the grandest kind ...

Sagte dereinst die Frau Morissette. Zwar nicht zu mir und schon gar nicht ins Gesicht, das edel geschnittene, dafür aber  verwendete sie´s als Liedzeile. Ob sie dabei an mich gedacht hat, lässt sich heute leider nicht mehr so genau eruiren. Eigentlich meinte sie ja auch sich selbst damit und wäre ich nicht ein so ungemein gut erzogener Mensch, würde ich jetzt und hier verraten, dass sie damit nicht ganz so falsch liegt.

Mitte der 90er verschlug´s sie nämlich in Deutschland´s hohen Norden und noch heute denk ich mit Freuden an die deliziöse Aufgabe, sie ausleuchten zu dürfen. Bühnentechnisch gesehn.

Ich schreibe wirr, es sei mir bitte verziehn. Es ist nur so, dass ich vorhin kurz im Casino war und dort einer Frau, ach was sag ich, einer Göttin angesichtig werden durfte, die eine schon fast unheimlich zu nennende Ähnlichkeit mit besagter Dame hatte.
Hier in der Ecke weiss man ja nie so -hinterher haben sie die hierher gelockt- so von wegen stylish area und so, daher wagte ich nur einen für meine Verhältnisse recht zaghaften, wenn nicht gar schüchternen Annäherungsversuch. In Englisch, klar, man is´ ja schliesslich von Welt:
"Hey, a drink?"
"Wos wuisten, Brunzkopf, schiarcher?"

Ähm, ja, soviel dazu.
Aus lauter Frust hab ich dann noch 200 Ocken gewonnen, was mich gleich beruhigt und zufrieden in dem Bewusstsein einschlafen lassen wird, dass die Welt zwar klein, im Zweifel jedoch nicht so winzig ist, dass man hier kanadischen Weltstars über den Weg läuft. Oder andersrum.
Ist ja auch egal.
Hätt ich was Ordentliches gelernt, würd mir sowas gar nicht erst passieren.

Samstag, 21. Juli 2012

Und das wäre Ihr Preis gewesen...


hintergrundbilder.wallpaperstock.net

Leider konnte bei unserem heutigen Wettbewerb
"Wir labern um die goldene Ananas" kein eindeutiger Sieger ermittelt werden, was generell sehr schade ist, jedoch war es der Jury unmöglich, sich bei dem vielfältigen Angebot
festzulegen.

Ganz vorne mit dabei (wie immer) UHUPARDO , der sich grad ein zweites Loch in seinen iberischen Hintern zu freuen scheint, weil´s Hunderttausenden Spaniern so dreckig geht, dass sie den ihrigen endlich mal hochkriegen und demonstrieren. Ich hatte mich ja schon an anderer Stelle darüber ausgelassen, was ich von derart nichtsnutzigen Posts und ihren Autoren halte, die vorgeben, an Veränderungen nicht nur interessiert zu sein, sondern sogar daran arbeiten, in Wirklichkeit aber nur ihre Subjektivitäten unter die Leute bringen und die damit auffordern, doch bitteschön etwas zu tun.
Ay. wie sie mich ankotzen, diese Weltverbesserer, die vom Elend der anderen leben und selbst nichts, aber auch rein gar nichts zur Abschaffung desselben beitragen.
Das sind genau jene Typen, die uns in die Scheisse reiten - sich selbst für moralisch überlegen halten, aber wenn du ihnen 10 Riesen im Monat bezahlst, tun bzw. schreiben sie dafür alles.
Äbäh, no teneis cojones!

Denkbar wäre es auch gewesen, den Preis an die unzähligen Hobby-Verfassungsrechtler zu geben, denen die fremde Vorhaut plötzlich näher zu sein scheint, als die eigenen Schwimmhäute, mit denen sie sich krampfhaft überm von Piraten verseuchten Meer zu halten versuchen.
Just, da ich einen fetten Link setzen wollte, sind die plötzlich alle verschwunden. Nanü?
Muss es eben ohne gehen - im Grunde geht´s um Pelle ab oder nicht und ob ein versehrter Dödel mit dem Grundgesetz vereinbar ist.
Gähn, kommt in jeder halbwegs vernünftigen Prioritätenliste an ungefähr 122.454. Stelle.

Ganz heisser Anwärter auf Titel und Trophäe wäre auch er oder sie oder es hier gewesen. Was für ein Titel:
"Seid Euer multidimensionales Selbst"...wow, klingt für mich ´n bisschen wie die spirituell verquaste Version von  "Mach dir nix draus, wennde fett bist", aber mir fehlen ja auch gerade Spirituosen, um in einen ähnlichen Geisteszustand zu entschwinden.

Was wäre noch so im Angebot gewesen?
Hmmm, hier, unser kleiner Vorzeigedemokrat beispielsweise.
Ich find ja die Vorgehensweise genial...erst kettet man sich an Bäume, alte Bahnhöfe, wasweissichwas, erwirkt eine Volksabstimmung, verliert die, macht aber dann weiter, als wär nix passiert.
Das hat Stil, das hat Klasse. Gut, hat leider nichts mit demokratischen Grundprinzipien zu tun, aber wen juckt´s.


Wir danken allen Beteiligten für die grösstenteils ungewollt vermittelte Heiterkeit, nehmen gerne noch Bewerbungen an und verbleiben ansonsten mit frotzeligen Grüssen.
Macht bitte weiter so.
Bitte.









Freitag, 20. Juli 2012

Liebe Kinder, bitte zuhause nicht nachmachen!


Das ist, wollt´s nur mal kurz erwähnen, keine angemessene Art, das Eintreffen der erwarteten Schweizer Rentnergruppe zu kommentieren. Wie ich ja auch allgemein bemerken muss, heute nicht besonders zufrieden mit den dargebrachten Leistungen der Rezeption zu sein.
Die schreiben viel. Müssense. Da wollen Speisekarten, Tagesprogramme, Ausflugsziele und wasweissichwasnoch erstellt werden.
Vorhin beging ich den fast schon unverzeihlich zu nennenden Fehler, da mal einen kurzen Blick drüber zu werfen und die Schockstarre fuhr mir in sämtliche Glieder.
Nach einer erholsamen Zigarettenpause gelang es mir, wieder Oberhand über meine Körperfunktionen zu erlangen und so bastelte ich diesen niedlichen Hinweiszettel:


Häute 17 Ur

Legasstänikaträffen

im Konpherentzrauhm


 










Donnerstag, 19. Juli 2012

ViaE goes boyscouts

Gestern bin ich meinem Ziel, ein noch besserer Mensch zu werden, ein nicht unerhebliches Stück nähergekommen. Ich habe nämlich einer älteren Dame erst auf-  und dann über die Strasse geholfen.
Sie hatte sich, darf man ihrer Schilderung Glauben schenken, ganz fürchterlich erschrocken, als sie Austria`s Next Topmopped auf sich zurasen sah. Als Pilot desselben muss ich an dieser Stelle heftigst widersprechen, pilotierte ich das Mördergerät doch mit bestenfalls 70 Sachen . Naja, ok, in der Fussgängerzone mag das zunächst mal viel klingen, aber so schlimm, wie´s die Zeternde darstellte, war´s denn doch nicht. Im übrigen würd ich ja nicht so auf die Kacke haun, wenn ich grad der Hälfte meines Blaseninhalts verlustig gegangen wäre.
Nun, jedenfalls wuppte ich sie in die Vertikale und schob sie aus dem Weg, auf dass nicht noch andere friedliche Verkehrsteilnehmer unter ihr zu leiden hätten.
Meinen Vorschlag, sie könne mich ja ruhig auf den Schreck zu einem Kaffee einladen, lehnte sie rundweg ab. Das haben wir gerne: verkehrsuntüchtig, grosse Klappe und auch noch pleite.
Manmanman, was soll bloss aus der werden, wenn sie erstmal die 40 erreicht?

Mittwoch, 18. Juli 2012

Ein Sommernachtstraum

Von meinem Büro aus kann ich auf eine Wiese schauen, eine schöne grüne, um nicht zu sagen bunte. Sie gehört zur parkähnlichen Innenanlage des etwas kleineren, dafür aber idyllischer gelegenen Hotel in Bergnähe. Manchmal sehe ich die weiblichen Mitarbeiterinnen, wie sie in ihrer Freizeit  darüber streifen und Gänseblümchen für mich pflücken, die sie mir zu niedlichen Sträussen gebunden überreichen.
Einige Blümchen sind gar blütenlos und ich weiss, sie haben vor meinem Büro gewartet, in froher Erwartung einer persönlichen Audienz. "Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich..."

Wie gesagt, ein Traum.
Die überharte Realität sieht so aus:
Montags fahre ich ja bekanntlich nach Wien, stutze den dortigen Manager auf Normalmass, nehme Huldigungen und Beschwerden der dortigen Angestellten entgegen und bearbeite sie nach bester thüringischer Verfassungsschutzmanier.
Das gibt der hiesigen Hausdame die Gelegenheit, ein Zimmermädchen in meine Privat-Wohnung zu schicken, die dort aufräumt, sauber macht und desweiteren den Kühlschrank aufzufüllen hat.
Das klingt dekadenter, als es ist. Ich bin einfach zu faul dafür.
Gestern nun stehe ich an der Rezeption, tratsche ein wenig übers laue Wiener Nachtleben, das mir nichtsdestotrotz zwei kolossale Augenringe produziert hat, da kommt Juliana, die Auserkorene, tippt mir auf die Schulter, schaut mir tief in die Augen und hebt an: "Du hast keine Eier mehr!"

Und nun frage ich euch: Ja, wie denn auch, bei solchen Mitarbeiterinnen?

Montag, 16. Juli 2012

El condor pasa

Mir wurde grad von Twitter vorgeschlagen, doch der Lufthansa zu folgen. Bestimmt nur, weil mir die ganzen Flugbegleiterinnen immer auf Facebook Anfragen @hugs schicken.
Die Welt ist toll.
Internet ist toll.
Die Lufthansa ist toll.
Ich geh mich jetzt erschiessen.
Nacht.

Sonntag, 15. Juli 2012

O sole mio

Zur altersbedingten geistigen Verwirrung gesellt sich , seit ich hier lebe, immer öfter die spontane, meistens hervorgerufen  durch das unbeabsichtigte Aufeinandertreffen mit Amtspersonen, deren Lieblingsbeschäftigung darin zu bestehen scheint, mich in den Wahnsinn treiben zu wollen.

Man fühlt sich, sein wir doch mal ehrlich, immer recht unwohl in den unendlichen Weiten der Behördenflure, vermisst klare Hinweise bezüglich Zuständigkeiten, waschfeste Wandfarbe und ein wenig auch die persönliche Zuwendung, Liebe, eine Schulter zum Anlehnen oder einfach nur irgendjemanden, der annähernd einen Plan haben könnte.
Irgendwie lebt man ständig in der Furcht, im nächsten Augenblick wegen Störung der Totenruhe verhaftet zu werden, was die Unbehaglichkeit noch steigert.

Ehrfürchtig setzte ich mich also vor ein Büro, den Bollerwagen mit den erforderlichen Unterlagen sauber neben mir geparkt, und wartete ein halbes Stündchen, bis schliesslich jemand den Kopf zur Tür heraushielt und sich nach meinem Begehr erkundigte.
"Solarförderung!" rief ich mit fester Stimme.
"Zimmer 612, 4. Stock!" kam´s mit ebensolcher zurück.
Mein  "besten Dank" prallte an der bereits wieder geschlossenenen Tür ab, komprimierte sich zu einem veritablen Echo und begleitete mich ein Stück auf dem Weg zum Lift, der selbstverständlich ausser Betrieb war. Irgendwie konnte ich nicht gegen den aufkeimenden Gedanken ankämpfen, dass man allein mit meinem Anteil am Einkommenssteueraufkommen sämtliche Lifte in sämtlichen Amtsgebäuden sämtlicher Städte in sämtlichen Bundesländern Tag und Nacht in einwandfreiem Betrieb halten können müsste, aber so kleinlich wollt ich denn doch nicht sein, sondern lieber ein Treppenhaus suchen, auf dass sich mein unaufhaltsamer Aufstieg vollziehen möge.

Ich war ein wenig -die Akten, Sie verstehn- ausser Atem und kognitiver Kontrolle, als mir 3 Personen entgegenkamen, die sich anhand von Kleidung, Aussehen und Geruch eindeutig als Beamte oder zumindest Angestellte im öffentlichen Dienst zu erkennen gaben und mir obendrein eröffneten, jetzt sei Frühstückspause. Ich könne die Angelegenheit, von der sie ja nichtmal ahnen  konnten, welche das denn wohl sei, aber auch per Email klären. Oder morgen wiederkommen, was, da Freitag, obendrein der 13., war, mir recht unsinnig erschien.
Später am Vormittag ginge nicht, wie mir auf  Nachfrage mitgeteilt wurde, weil wegen Abteilungsmeeting und nachmittags  "hach, guter Mann, Freitag Nachmittag, tsss" schonmal gar nicht.

Ich glaube, um mal kurz zu resümieren, ich baue die Photovoltaikanlagen wieder ab, beziehe Atomstrom aus Frankreich oder der Ukraine und scher mich fortan ´nen Dreck um die Umwelt.
Und Behörden.