Donnerstag, 27. Januar 2011

Allet janz einfach, wa

Um meine Bemühungen, künftig in einem Atemzug mit Bono, Sting, Lady Di, Franz von Assisi  und Mutter Theresa genannt zu werden, wenn von  "Gutmenschen" gesprochen wird, zu untermauern,  lasse ich die Tür zu meinem Reich mal ein wenig auf und jeder, der einen Einblick wagen mag, ist herzlich  eingeladen, teil zu haben an der wundersamen Arbeitswelt des ViaE.
Zunächst soll nicht unerwähnt bleiben, dass, sobald  jemand für eine bestimmte Position, wobei ausschliesslich arbeitstechnisch gedacht werden sollte, ihr Lümmel, gesucht wird, ich mir ein sehr genaues Bild mache.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Abitur? Studium? Mittlere Reife oder was auch immer für ein Schul- bzw. Studienabschluss?
Alter?  (wobei geistige Reife bei jüngeren, Vitalität bei älteren Bewerbern wichtiger sind als Zahlen)
Geschlecht? (Ja, das ist nicht egal, beispielsweise kann ich in der Innenstadt, in der Nähe der Hotspots, nachts keine Frau an die Rezeption setzen)
Erscheinungsbild? ( A bisserl freaky geht schon, aber 33 Piercings und Stirntattoos sind no-go)
Fachkompetenz (falls erforderlich) ? Muss z.B. jemand in der Reservierungsabteilung kurzfristig ersetzt werden, brauche ich eine Person mit entsprechender Erfahrung, ist genügend Einarbeitungszeit vorhanden, ist das wurscht.

Dann mache ich mich, so die Muse schmatzend über mich herfällt, an die Gestaltung einer Annonce.
Es darf getrost davon ausgegangen werden, dass jene aussergewöhnlich ist, so wie ja auch aussergewöhnliche Menschen (das sind i.d.R. solche, die´s länger als 2 Minuten mit mir in einem Raum aushalten) gesucht werden.
Lese ich also in der Betreffzeile einer Bewerbungs-Email: "Ihre Anzeige vom...im...oder: "Sehr geehrter Inserent" als Anrede, verschwindet dieses Schriftstück, welches mal freundlicherweise als solches bezeichnet werden soll, auf ewig in den Untiefen des digitalen Mülleimers.
Gleiches widerfährt den Elaboraten einer anderen Gruppe aussergewöhnlicher Vertreter der menschlichen Zunft : den aussergewöhnlich Realitätsfernen. Bin ich ja extrem aufgeschlossen, traue Vielen auch Vieles zu, so konnte ich doch die Bewerbung eines Schlachters (kein Witz), der keine einzige Fremdsprache beherrschte und dessen Schreiben ortografisch, grammatikalisch und stylistisch unter aller Sau -das ist noch vornehm ausgedrückt- war, nicht berücksichtigen. Rezeptionschef wollte er werden, der Gute...

Das ist die Pflicht...die Kür sieht folgendermassen aus :

Nachdem  3, manchmal, sollte mir etwas mehr Zeit zur Verfügung stehen, auch mehr, zum persönlichen Gespräch geladen werden  (diese finden sehr zeitnah statt, bestenfalls ein paar Tage nach der Anzeige und alle am selben Tag wennmöglich), denke ich mir ein paar kleine Bosheiten aus, mit denen ich Kreativität, Schlagfertigkeit und geistige Beweglichkeit der Delinquenten teste.
Dann entscheide ich mich. Sollte jemand mir überhaupt nicht zusagen, wird ihm das mitgeteilt und er/sie heim zu Mama geschickt, wo er/sie sich über den garstigen ViaE ausheulen darf , was zwar nichts nützt, aber unheimlich befreit, wie mir jeder Psychologe gerne bestätigen wird.
Der geeignete Bewerber bzw. sein weibliches Pendant wird adhoc eingestellt, mit Sozialleistungen, Boni und zu erwartenden Gehaltserhöhungen geradezu eingeseift und darf sich fortan  als Member of the Empire fühlen.

So sucht und findet man Personal, ihr personalsachbearbeitenden Recruitment-Center-Manager, Human-Resources-Directors und wie auch sonst ihr euch nennen lassen mögt.

Und ich sehe schon meinen Namen leuchten, wenn ihr demnächst bei Google nach "Gutmensch" sucht...

Kommentare:

Yeah! hat gesagt…

(ich schreib mal lieber ein Komentar, bevor es wieder mecker gibt ^^)

Du bist doch sicher des Webdisign mächtig, also würd ich sagen das klappt ;)

...ansonsten würdest du meine Bewerbungen glaube ich ganz gerne lesen, ich schreib sie nämlich auch gerne vernab der Word-vordrucke :D

Verdummt in alle Ewigkeit hat gesagt…

Du, meine liebe Yeah, bist ein Sonderfall - du schreibst ja auch sehr gerne fernab jeder Ortografie-Regeln.
Und nein, ich bin des Webdesign´s nicht mächtig, was auch immer mir das bringen sollte.
Ich bezahle Leute dafür, solche Sachen zu können - und wehe, die bringen´s nicht^^